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Ja, von meiner Seite aus, hört ihr mich? Einen schönen guten Morgen. Wir dürfen heute fortfahren in der Apostelgeschichte. Apostelgeschichte 11, 19 bis 30 ist heute dran. Und das Thema habe ich überschrieben. Gemeinde wächst, wenn es eng wird. Druck von außen, Wachstum von innen. Aber zunächst möchte ich euren Blick auf die Geschichte in der Vergangenheit lenken, und zwar auf die Geschichte der Herrenhuter Bewegung. Aus einem Flüchtlingsdorf wird eine Missionsbewegung. Im Frühjahr 1722 kommt eine kleine Gruppe über die böhmisch-sächsische Grenze. Ein paar Familien, geführt von einem Zimmermann namens Christian David. Sie sind nachts gegangen über Waldwege, weil man ihnen in ihrer Heimat ihren Glauben nicht mehr duldet. Und was sie tragen, passt auf einen Handkarren. Ein junger Graf, Nikolaus Ludwig von Zinsendorf, gibt ihnen ein Stück Land an einem Hügel. Am 17. Juni fällt der erste Baum, sie roden, sie bauen Hütten, sie nennen den Ort Herrnhut, unter des Herrnhut. Von außen betrachtet ein Notdorf. Menschen, die alles verloren haben und irgendwo neu anfangen müssen. Es kommen weitere Menschen dazu, aus verschiedenen Richtungen, mit verschiedenen Überzeugungen. und dann passiert das, was passiert, wenn Menschen eng aufeinandersitzen, sie zerstreiten sich. 1727 steht das Dorf kurz davor, auseinanderzubrechen. Nicht an der Verfolgung von außen, sondern an der Rechthaberei von innen. Und Zinsendorf geht von Haus zu Haus, redet mit den Leuten und sie einigen sich auf eine gemeinsame Ordnung. Und am 13. August 1727 erleben sie beim Abendmahl in der Bertelsdorfer Kirche etwas, das sie ihr Leben lang nicht vergessen. Die Verkrampfung bricht auf, Menschen weinen, bitten einander um Vergebung, Gegner umarmen sich und sie selbst nannten es später ihr Pfingsten. Zwei Wochen darauf verpflichten sich 24 Männer und 24 Frauen, sich beim Beten stündlich abzulösen, damit rund um die Uhr jemand vor Gott steht. Eine Gebetswache, die über 100 Jahre lief. Fünf Jahre danach, 1732, sitzen zwei von ihnen auf einem Schiff, ein Töpfer und ein Zimmermann, unterwegs in die Karibik zu den Sklaven auf St. Thomas. Danach Grönland, danach Südafrika, Surinam, Labrador. Aus einem Flüchtlingsdorf wird die erste evangelische Missionsbewegung der Welt. und die Frage lautet, wie wird aus Menschen, die fliehen, eine Gemeinde, die sendet? Und diese Frage beantwortet uns Lukas in vier Schritten und er tut es anhand einer Stadt, die niemand auf den Zettel hatte, nämlich Antiochien. Und dazu schlagen wir Apostelgeschichte 11 auf. Schlagt es gern mit mir auf, Apostelgeschichte, Kapitel 11 und wir lesen die Verse 19 bis 30. Apostelgeschichte, Kapitel 11, die Verse 19 bis 30. Die nun zerstreut waren durch die Drangsal, die wegen Stephanus entstanden war, zogen hindurch bis nach Phönizien und Zypern und Antiochien und redeten zu niemandem das Wort als nur zu Juden. Einige Männer von ihnen aber waren von Zypern und Kyrene. Als sie nach Antiochien kamen, auch zu den Griechen redeten und das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten. Und die Hand des Herrn war mit ihnen. Und eine große Zahl glaubte und bekehrte sich zu dem Herrn. Die Kunde über sie kam aber zu den Ohren der Versammlung, die in Jerusalem war. Und sie sandten Barnabas aus, dass er hinzöge bis nach Antiochien. der, als er hingekommen war und die Gnade Gottes sah, sich freute und alle ermahnte, mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren. Denn er war ein guter Mann, voll heiligen Geistes und Glaubens. Und eine zahlreiche Menge wurde dem Herrn hinzugetan. Er zog aber aus nach Tasos, um Saulus aufzusuchen. Und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochien. Es geschah ihnen aber, dass sie auch ein ganzes Jahr in der Versammlung zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden. In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochien herab. Einer von ihnen mit Namen Agabus stand auf zeigte durch den Geist eine gro Hungersnot an die den ganzen Erdkreis kommen sollte die unter Claudius eintraf Sie beschlossen aber, dass jeder von den Jüngern, je nachdem einer von ihnen begürtet war, den Brüdern, die in Judäa wohnten, etwas zur Hilfeleistung senden solle, was sie auch taten, indem sie es durch die Hand des Barnabas und Saulus an die Ältesten sandten. Vier Gedanken, die ich aus diesem Text heute mitgebracht habe, die wir mitnehmen möchten. Bezeugen, bestärken, belehren und beistehen. Und mein erster Punkt lautet Bezeugen. Gott baut seine Gemeinde durch Menschen, die reden. Der Hintergrund der ganzen Sache ist folgendes. Lukas setzt hier in dieser Geschichte nochmal neu an. Er gibt uns einen Rückblick auf die Kapitel 7 und 8, wo Stephanus, der erste Märtyrer der Gemeinde, vor den Toren Jerusalems gesteinigt wird. Und er notierte damals in Apostelgeschichte 8, Vers 1, es entstand aber in jenen Tagen eine große Verfolgung, wieder die Versammlung in Jerusalem. Alle aber wurden in die Landschaften von Judea und Samaria zerstreut, ausgenommen die Apostel. Machen wir uns kurz klar, was das bedeutet hat. Das waren keine Missionare mit Sendungsauftrag und Reisebudget, sondern diese Menschen, die geflohen sind, das waren Flüchtlinge. Menschen, die ihr Haus verloren hatten, ihre Arbeit verloren hatten, ihre Nachbarschaft, ihre Sicherheit. Menschen, die einen Freund unter Steinen sterben, haben sehen, wie Stephanus gestorben ist. Und sie wussten, das kann auch mich treffen. Ich kann dort auch so enden. Sie liefen um ihr Leben. Und ausgerechnet dieser Flüchtlingsstrom, diese Flüchtlingsbewegung wird zum Transportweg des Evangeliums. Und Lukas verfolgt diese Spur, wo diese Flüchtlinge hingehen. Und ich möchte es kurz anhand einer Karte zeigen. Lukas spricht hier von Phönizien, das ist oberhalb von Jerusalem, das ist das heutige Libanon, Zypern und dann Antiochien. Und wir haben diese Karte hier vor uns. Ganz kurz möchte ich darauf eingehen, weil diese Orte auch in den Text vorkommen. Da kommen Menschen aus Kyrene vor und aus Zypern. Auch die gehen nach Antiochien. Aber auch die Flüchtlinge aus Jerusalem gehen bis nach Antiochien. Der Unterschied zwischen Jerusalem und Antiochien, das sind circa 500 Kilometer. Also diese Flüchtlingsbewegung, das war nicht irgendwie der Nachbarort, sondern das war eine komplett neue Welt, in der sie eingetaucht sind. 500.000 Einwohner in Antiochien. Antiochien und damit war das die drittwichtigste Stadt im Römischen Reich. Antiochien war auch die Hauptstadt der Provinz Syrien, Sitz des Stadthalters, Legionsstandort, Handelsdrehscheibe zwischen Ost und West und religiös ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Mit unseren Worten, Wir würden heute dazu sagen, eine offene, eine laute, eine tolerante Weltstadt, Handel, Macht, Kulte, Kulturen, alles auf einen Fleck. Und ausgerechnet in dieser Stadt, wo die Gemeinde Christi so einfach untergehen könnte, baut Gott seine Gemeinde. Und diese Stadt Antiochien wird noch sehr, sehr wichtig im Verlauf der Apostelgeschichte. Antiochien bildet den Brückenkopf für die weltweite Ausbreitung des Evangeliums. Paulus benutzt es jeweils dreimal für seine Aussendung zu seinen Missionsreisen. Und wie fängt das an? Wie kommen die Flüchtlinge dahin? Das ist keine Strategie, die dahinter liegt. Es beginnt nicht mit einer Strategiekonferenz in Jerusalem, nicht mit einem Apostelbeschluss, sondern damit, dass namenlose Flüchtlinge in einer fremden Stadt ankommen und den Mund nicht halten können. Im Vers 19 haben wir gelesen, zuerst redeten sie nur zu den Juden. Das war ihre Welt, das war ihre Sprache, das war ihre Synagoge, das war die Welt, in der sie lebten. Aber dann heißt es im Vers 20, einige Männer von ihnen aber waren von Zypern und Kyrene, Menschen aus der Diaspora, also Juden, die aber nicht in Israel aufgewachsen sind, sondern eben unter fremden Völkern, die aber in der jüdischen Gewohnheit gelebt haben. Und sie waren vertraut mit der Sprache und Denkweise anderer Völker, von den Griechen und auch von den R Und sie tun was vorher niemand getan hat sie reden auch zu den Griechen Sie verk das Evangelium von Jesus Christus auch den Heiden Und das finden wir hier so zum ersten Mal. Wir haben die Geschichte mit Petrus und Cornelius angeschaut, wo Gott ganz gezielt Petrus zu einem Mann hingestellt hat. Aber das, was hier geschieht, diese offene Verkündigung den Heiden gegenüber, das finden wir hier zum ersten Mal. Und wir müssen hier auf eine zeitlose Wahrheit achten. Und zwar, wir bezeugen, Gott baut. Das sind zwei Dinge, die fest nebeneinander stehen, die wir nicht voneinander trennen dürfen. Das erste, sie bezeugten den Herrn. Und das Wort, das Lukas hier gebraucht, ist einfach schlicht. Sie redeten einfach. Sie redeten, da war kein Programm, da war keine Methode, kein Konzept, sondern sie erzählten einfach von Jesus. Und der Inhalt, den sie weitergaben, war unmissverständlich das Evangelium von dem Herrn Jesus. Sie verkündeten nicht einen Weg unter vielen. Sie verkündeten nicht irgendeinen Gott. In Antiochien gab es viele Götter. Das hättest du ruhig sagen können. Da hätte sich keiner aufgeregt, wenn du mit einem zusätzlichen Gott gekommen bist. Aber sie hatten eine Botschaft. Und hier steht es, Jesus ist der Kyrios, Jesus ist der Herr. Und dieses Wort Kyrios, das ist derselbe Titel, den man damals dem Kaiser gab. Die Christen beanspruchten, dass Jesus Kyrios ist, dass er der Herr ist und nicht der Kaiser in Rom. Das war eine Aussage. dass Gott diesen Jesus, diesen Kyrios, diesen Herrn gesandt hat, dass er für unsere Schuld stirbt, dass er ans Kreuz geht für deine und meine Schuld, damit er dein Versagen, deine Gottlosigkeit auf sich nimmt und dafür bezahlt und dass er auferstand ist, dass er nicht tot ist, sondern dass er lebt und dass wir durch ihn und nur durch ihn Frieden mit Gott haben können. Das ist die einzige Botschaft, die retten kann und die heute noch dieselbe Kraft hat wie damals. Jesus ist Kyrios. Wenn du in Antiochien irgendwie was über Gott erzählt hättest, ja, Schulter zogen, es gab so viele Götter, so viele Gottheiten in Antiochien. Wenn du heute in der Gesellschaft über viele Wege redest, Naja, wen juckt es denn? Alle Wege führen irgendwie zu Gott, egal wie der heißt, egal welcher Weg, wie auch immer. Wer regt sich darüber auf? Niemand. Aber es gibt eine Botschaft, die sie verkündigten. Jesus ist Kyrios. Das ist die Botschaft, die wir auch heute verkündigen sollen. Das ist das, was zählt. Jesus ist Kyrios. Und das zweite, was hier steht im Vers 21 Und die Hand des Herrn war mit ihnen und eine große Zahl glaubte und bekehrte sich zu dem Herrn. Sie redeten, das war ihre Aufgabe. Bezeugen, das ist unsere Aufgabe. Aber jetzt tut Gott was. Und die Hand des Herrn war mit ihnen und eine große Zahl glaubte und bekehrte sich zu dem Herrn. Die Hand des Herrn ist ein altes, gewichtiges Bild aus dem Alten Testament und es steht für Gottes wirksames, machtvolles Eingreifen. Wir können es an ganz vielen Stellen im Alten Testament lesen, zum Beispiel Esra 7, Vers 9, aber auch Lukas 1, Vers 66. Und Lukas will damit etwas unterstreichen. Hier hat nicht die Rhetorik der Zypern gewirkt. Nicht die Männer aus Zypern und Kyrene waren so redegewandt, dass sie die Menschen in Antiochien überzeugen konnten, diesen Jesus nachzufolgen. Aber es war auch nicht die Offenheit der Großstadt, dass die Menschen in Antiochien besonders offen waren für Jesus. Nein, hier wirkt Gott. Und das will Lukas hier deutlich unterstreichen. Es war die Hand Gottes, die die Herzen dieser Menschen bewegte. Und die Aufgabenteilung, die durch die ganze Bibel durchzieht, ist klar. Wir bezeugen und Gott bekehrt. Wir öffnen den Mund, Gott öffnet die Herzen. Und Paulus bringt es sehr deutlich auf den Punkt in 1. Korinther 3, Vers 6. Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen, aber Gott hat das Wachstum gegeben. Gott hat das Wachstum gegeben. Und Jesus sagt auch in Johannes 6, Vers 24, Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe. Das ist diese Wahrheit, diese doppelte Wahrheit, die wir vor Augen haben müssen. Wir sollen bezeugen, wir sollen unseren Mund aufmachen. Wir sollen das Evangelium verk und dann draufhaufen dass Gott die Herzen Gott muss es wirken Gott muss es tun Das kannst du nicht tun und ich nicht tun Und in dieser Wahrheit liegt eine doppelte Befreiung Es nimmt uns den Druck, ich muss niemanden überreden. Es ist nicht meine Kunst, wie gut ich diese Wahrheit vermitteln kann. Wie rhetorisch gefeilt ich diese Wahrheiten irgendwie dem anderen unterjubeln kann. Nein, ich muss bezeugen, meinen Mund auftun, so wie ich das Evangelium erklären kann. Weil Gott muss die Herzen auftun, das kannst du nicht, das kann ich nicht. Aber das Zweite ist auch, es nimmt uns jede Ausrede, nicht zu reden, weil wir nicht können. Denn wenn Gott der Handelnde ist, dann ist meine Ungeschicklichkeit kein Hindernis für Gott. Wenn Gott der Bewegende, der Handelnde ist, dann ist deine Ungeschicklichkeit für Gott kein Problem. Dann verwendet Gott die Worte, die du weitergeben kannst. Und noch etwas, worauf wir hier achten sollten. Gott baut seine Gemeinde auch dann, wenn es eng wird. Was aus menschlicher Sicht eine Katastrophe war, ein toter Bruder, eine zersprengte Gemeinde, Menschen auf der Flucht, das benutzt Gott als Motor für die Mission. Was der Feind als Zerstreuung meinte, benutzt Gott als Aussaat. Und Josef hat im Rückblick seines Lebens diesen einen gewaltigen Satz ausgesprochen in 1. Mose 50, Vers 20. Ihr zwar hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber hat es zum Guten gemeint. Der Feind hatte Böses im Sinn. Aber wir merken, wie all das Böse, was der Feind den Christen zugefügt hat, wie Gott das wendet, dass es zum Evangelium ausschlägt, wie Gott seine Gemeinde baut. und lasst uns aus dieser ersten Wahrheit vier Sachen mitnehmen. Das erste, diese Männer redeten. Rede! Bezeuge das Evangelium einfach mit den Worten, die du hast und mit denen du es kannst. Ganz einfach und ganz schlicht. Diese Männer hatten keinen Titel, keinen Auftrag von oben, nur eine Botschaft und einen Mund. und ehrlich gesagt, es gilt auch für mich, wir warten so oft auf die perfekte Gelegenheit. Vielleicht reden wir uns ein, wir brauchen mehr Bibelwissen oder wir brauchen ein besseres Gefühl. Nein, diese Männer, sie erzählten einfach, wen sie kennen. Und die Frage heute Morgen, wer sind deine Griechen? Wer sind deine Griechen in deinem Umfeld? Der Kollege, der Nachbar, der Verwandte, der Mensch, von dem du denkst, der braucht das Evangelium. Zweitens lernen wir von diesen Männern, nicht nur zu reden, sondern rede das Evangelium. Nicht nur Gott, so irgendwie nebulös, so allgemein, so unkonkret. In Antiochien war Religion kein Problem. Davon gab es reichlich. Und auch heute in unserer Zeit, über Gott zu reden, über Religion, ist kein Problem. Aber rede über das Evangelium. Jesus ist der Herr. Jesus ist Kyrios. Überleg dir, wie du diesen einen Satz in ein paar Sätzen zusammenbinden kannst. Was das für dich persönlich bedeutet. Und dann sage es weiter. Gib es weiter. Drittens sehen wir in dieser Wahrheit, und es befreit dich und mich, Wir stehen nicht unter Druck. Das Ergebnis steht nicht in unserer Hand. Wir sind für nichts verantwortlich. Sondern wir sollen nur reden. Das, was Gott daraus macht, das ist Gottes Sache. Wenn Gott die Herzen bewegt, dann ist es seine Sache. Wir sollen reden, wir sollen im Gebet für diese Menschen beten. Aber Gott muss Veränderung bewirken. Gott öffnet Herzenstüren. Dafür bist du nicht verantwortlich. Du musst nichts vorweisen, wie viele Menschen sich bekehrt haben. Nein, bezeuge es einfach. Ich folge diesen Herrn. Das ist mein Leben. Und viertens, was wir hier lesen können oder sehen können, lass dich nicht vom Gegenwind die Sprache nehmen. Wenn Christ sein Kosten verursacht, ist das nicht das Ende von Gottes Werk, sondern oft beginnt gerade dort Gottes Weg. Gerade dann, wenn es schwierig wird, dann ebnet uns Gott den Weg. Dann baut Gott seine Gemeinde. Gott baut seine Gemeinde, auch wenn es eng wird. Auch wenn es menschlich nicht danach ausschaut, dass es irgendwie zum Positiven führen wird. Aber manchmal und gerade dann Will sich Gott verändern?
Er will sich Gott bezeugen, was er macht. Nach dem Bezeugen kommen wir zum zweiten Punkt, den wir hier in der Geschichte sehen, bestärken. Gott schenkt seiner Gemeinde Menschen, die aufbauen, Vers 22 bis 24. Über 500 Kilometer hinweg dringt die Kunde bis nach Jerusalem. In Antiochien kommen Menschen zum Glauben und zwar nicht nur Juden, sondern auch Griechen und Heiden, Unbeschnittene. Und in einer heidnischen Weltstadt entsteht eine Gemeinde, die niemand geplant hat und für die niemand zuständig ist. Gott wirkt an einem Ort, wo die Apostel in Jerusalem nicht auf dem Schirm hatten, nicht Missionare dahin gesandt haben, sondern Gott baut seine Gemeinde durch ein paar namenlose Männer. Und jetzt ist die Frage, wie reagiert Jerusalem? Was tut Jerusalem? Es sendet jemanden. Und hier sehen wir kein Misstrauen. Genauso haben die Apostel es ja mit Samarien gemacht. In Apostelgeschichte 8 bis 14 sind wir darauf eingegangen. Als in Samarien Leute zum Glauben gekommen sind durch Philippus, dann sandten sie die Apostel dahin und sie bestärken sich gegenseitig. Da sind Menschen zum Glauben gekommen an Jesus, die das Gesetz nicht kennen, die gestern noch im Apollos-Tempel gestanden haben und Apollos einen Götzen angebetet haben. Man hätte jemanden schicken können aus Jerusalem, der die Notbremse zieht. Leute, macht mal langsam. So schnell geht das nicht. Das müssen wir jetzt auch mal prüfen, ob das wirklich echt ist. Nichts von dem. Jerusalem schickt Barnabas. Und Lukas will, dass wir bei diesen Namen aufmerksam werden. Er hat ihn schon vorgestellt in der Apostelgeschichte 4, 36 und 37. Da heißt es Josef, der von den Aposteln Barnabas zubenannt wurde, was übersetzt heißt Sohn des Trostes. Ein Levit, ein Zyprior von Geburt, der ein Acker besaß, verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es nieder zu den Füßen der Apostel. Er ist ein Zyprior, so wie diese namenlose Männer aus Zypern nach Antiochia gegangen sind. Und dieser Mann lebt ja auch in der Diaspora. Er kennt das Denken der Römer und der Griechen. Aber es wird auch von ihm gesagt, dass er sein Acker verkaufte. Als Levit hat er ja Rechte und er verkauft das und legt es den Aposteln zu Füßen hin. Ein Mann, der selbstlos handelt. Ein Mann, den Gottesauftrag oder die Gemeinde Gottes im Zentrum stand und nicht seine Person. Und sein Name, das ist der Schlüssel, den hier Lukas auch unterstreichen möchte, sein Name heißt Sohn des Trostes. Und im griechischen Hyrios Parakleos. Und das ist das gleiche Wort, was in 23 verwendet wird, wo steht, er mahnte alle. Das ist ein bisschen unglücklich übersetzt im Deutschen. Dort steht nämlich auch dieses Wort Paraklea. bildet das gleiche Wortfeld. Im Griechischen ist das ein Wortspiel. Im Deutschen kommt es nicht so richtig raus, aber es heißt eigentlich ermutigen. Das ist das gleiche Wortstamm, das für den Heiligen Geist verwendet wird, Parakleos. Ein Tröster, ein Ermutiger. Barnabas geht nach Antiochien und ermutigt die Leute dort. Barnabas kommt nicht als Aufseher, sondern er kommt als Beistand. Barnabas kommt als Beistand. Er bestärkt die neugeborenen Christen, die frisch Bekehrten. Er bestärkt sie. Und Barnabas sieht was Schönes in Antiochien. In Vers 23 heißt es, der, als er hingekommen war und die Gnade Gottes sah, freute er sich. Barnabas reist nach Antiochien und was sieht er dort? Er sieht die Gnade Gottes. Er sieht diese gewaltige Hand Gottes, wie er Menschen zum Glauben geführt hat. Barnabas hätte so viel anderes sehen können. Er hätte die theologischen Lücken sehen können, die heidnischen Gewohnheiten, die noch da waren. Er hätte die fehlende Ordnung sehen können. Er hätte denken können, wir in Jerusalem, wir haben den Apostel, wir haben das Pfingstwunder erlebt. es kann doch nicht sein, dass Gott jetzt hier in Antiochien baut. Das müssen wir gründlich prüfen, ob das wirklich so ist. Nein, er sieht die Gnade Gottes. Barnabas ist nicht neidisch, sondern er freut sich vom Herzen, dass Gott in Antiochien Gemeinde baut, dass das Reich Gottes sich ausbreitet Das war eine echte Freude Ohne Hintergedanken ohne ein Aber Ja wollen wir mal sehen ob das wirklich h was hier so gerade frisch am Aufbrechen ist. Wie oft begegnen wir Menschen mit Skepsis? Dort, wo wir alle Not sehen, Probleme sehen, anstatt die Gnade Gottes zu sehen. und Barnabas zeigt es uns, worauf er achtet. Sein erster Blick sieht auf diese unendliche Gnade Gottes, die in Antiochien am Wirken war. Und dann macht er was und dann bestärkt er sie. Das ist dieses Beistehen. Er mahnt alle mit Herzensentschluss bei dem Herrn zu verharren. Mit Herzensentschluss. Wisst ihr, dieses Herzensentschluss, das ist keine Gefühlsangelegenheit. Das ist nicht ein schöner, warmer, lauer Abend, wo man sich wohlfühlt, wo alles paletti ist und ich fühle mich gerade danach, Christ zu sein und am nächsten Morgen verschwindet dieses Gefühl. Nein, Barnabas will sie ermutigen, ein Herzensentschluss, weil er weiß, wo diese Menschen herkommen, weil er weiß, dass die Verwandten dieser Menschen sie nicht verstehen, warum sie Jesus, den Kyrios, plötzlich nachfolgen. Weil er weiß, dass die Welt und der Feind sich nicht geschlagen gibt und diese Menschen zurückhaben will. Weil Barnabas weiß, dass die Natur an der Tür klopfen wird und sie zu Fall bringen möchte. Deswegen bestärkt Barnabas sie, deswegen ermutigt er sie, deswegen geht er zu ihnen hin und richtet sie auf. Und sagt, macht ganze Sache, macht es fest, es ist ein Herzensentschluss. Bleibt nicht bei Gefühl stehen. Und dann kommt was, was so herrlich ist. Lukas beschreibt diesen Barnabas. Er zieht quasi ein Resümee über diesen Mann in Vers 24 und gibt Zeugnis über ihn, denn er war ein guter Mann und voll heiligen Geistes und Glaubens. Und genau dieselbe Beschreibung, die gibt Lukas auch den Stephanus, Stephanus, als er gesteinigt worden ist. Ein guter Mann voll heiligen Geistes und Glaubens. Er hat sich nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern er bestärkt, er ermutigt die junge Gemeinde. Und dann kommt dieser Schlusssatz, dieser Nachsatz. Und eine zahlreiche Menge wurde dem Herrn hinzugetan. Die Arbeit von Barnabas trägt auch Früchte. Durch die Bestärkung, durch die Ermutigung, das, was Barnabas der Gemeinde dort weitergeben konnte, das ermutigte noch viele andere, die zum Glauben kamen. Aber wir wissen ja, dass das Gott tut. Nicht Barnabas, der große Barnabas, nein. Er bezeugt es, er bestärkt und Gott fügt hinzu. Wir sollen aber auch hier darauf achten, dass hier steht, dass sie dem Herrn hinzugefügt worden sind. Es geht nicht um die Gemeinde in Jerusalem. Es geht nicht um die CGH hier vor Ort. Wenn Menschen zum Glauben kommen, dann werden sie dem Herrn zugetan. Dass Gott dann jeden einzelnen Christen in einer Ortsgemeinde sehen möchte, das ist eine andere Sache. Das fügt der Herr danach. Aber primär geht es darum, dass wir Menschen zum Glauben kommen, dass sie zu Gott zum Glauben kommen. Diese zeitlose Wahrheit, Bezeugen ist der Anfang, es ist aber nicht das Ziel. Es muss bestärkt werden. Ein Zeugnis, das nicht weitergeht, bleibt Stückwerk. Menschen kommen zum Glauben und nun stehen sie da mit einer neuen Beziehung zu Gott, aber in einer alten Umgebung mit tausend offenen Fragen. Vielleicht erinnerst du dich an dein Christsein, als du Christ geworden bist, wie viele Fragen du hattest. Und deswegen geht es weiter. Wir müssen uns bestärken. Und das schreibt auch der Hebräerbrief in Hebräer 10, Vers 24 und 25. Lasst uns aufeinander Acht haben zur Anreizung, zur Liebe und zu guten Werken. einander ermunternd und das umso mehr, je mehr ihr den Tag heran nahen seht. Einander ermunternd, das hat Barnabas getan. Und das ist keine Aufgabe für Spezialisten, das ist nicht für besonders gute Christen oder irgendwie, die in Verantwortung stehen, sondern das ist Gemeindealltag. Das soll jeder machen. Barnabas war kein Ältester. Er war ein Mann voll Heiligen Geistes. und er hat sich selbstlos zur Verfügung gestellt, diesen Christen zu dienen. Und was Barnabas hier für die Gemeinde tut, das hat er schon auch für einzelne Menschen getan. Wenn ihr euch noch einmal zurückerinnert, Apostelgeschichte 9, als Saulus nach Jerusalem kam. Jeder hatte vor Saulus Angst weil sie wussten das ist ja der Verfolger der hat so viele Christen umgebracht Wer nimmt den Saulus auf Es war Barnabas Barnabas ist einer der best der muntert der aufbaut Er nimmt Saulus an die Hand und bringt sie zu den Aposteln in Jerusalem. Stellt euch vor, es gäbe diesen Barnabas nicht. Vielleicht wäre Paulus nicht das, was er heute ist. Natürlich steht Gott drüber, ist mir schon klar. Aber Gott verwendet jemand, der bestärkt, der ermutigt, der aufbaut. Ein Sohn des Trostes. Und das ist dein und mein Auftrag. Und dieser Barnabas, der hatte so außerordentliche Qualitäten, als später Paulus auf die Missionsreise geht und dann entsteht ein Streit, weil Paulus sagt, den Markus kann ich nicht mitnehmen, das ist unfähig, was will ich mit dem, der hindert mich nur. Paulus lässt ihn links liegen. Wer baut diesen Markus auf? Das ist Barnabas. Barnabas bestärkt den Markus. Sonst hätte er vielleicht nie das Markus-Evangelium geschrieben. Und hier seht ihr, wie wichtig es ist, dass wir diese Charaktereigenschaft lernen, uns zu Herzen nehmen, bestärken. Es ist so unendlich wichtig. Lasst uns aus dieser Wahrheit lernen, die Gnade Gottes zu sehen. Barnabas sah die Gnade Gottes in Antiochien. Was siehst du in den Menschen, die dir gegenüber sitzen, mit denen du zu tun hast? Siehst du die Gnade Gottes oder siehst du nur Fehler, Herausforderungen, Gefahren und Sonstiges? zweitens sage es ihnen, ermutige sie, bestärke sie und denke das nicht nur, sondern sage es, lass es dem anderen wissen, dass du die Gnade Gottes in seinem Leben siehst, dass du Veränderung siehst, dass da Positives ist, bestärke ihn, das hilft ihm vielleicht dran zu bleiben, das hat ein Saulus geholfen, das hat ein Markus geholfen, dran zu bleiben. Und drittens, lasst es uns mitnehmen, dass wir uns freuen, vom Herzen freuen, wenn Gott anderswo Segen schenkt und wirkt. Nicht dort, wo wir es gerne hätten, so wie wir es gerne vorgestellt hätten, sondern lasst uns freuen, wenn eine Gemeinde Wachstum erfährt, wenn eine Gemeinde wächst und reift. Wenn Menschen um uns herum größer werden, reifer werden, Christus folgen, wenn sie mehr Gaben, bessere Gaben haben, dann lasst uns freuen und nicht neidisch sein. Lasst uns von Barnabas lernen. Und dann möchte ich zum dritten Punkt kommen. Das Belehren. Verse 25 und 26. Barnabas steht hier an Antiochien und erkennt sofort, dass die Gemeinde wächst und Ermutigung allein nicht mehr ausreicht. Diese Menschen, die jetzt frisch zum Glauben gekommen sind, brauchen ein Fundament. Sie kommen aus dem Heidentum. Sie haben keine Synagogenschule hinter sich. Sie kennen die Schriften nicht. Nur weil du ihnen zurufst, bleib dran, ohne ihnen zu sagen, woran sie bleiben sollen, dann lässt du sie einfach im Regen stehen. Und jetzt kommt das, was Barnabas so unendlich groß macht. Er sucht nicht noch mehr Aufmerksamkeit für sich, sondern er sucht den richtigen Mann für die richtige Aufgabe. Er hätte der unumstrittene Mittelpunkt bleiben können. Er hätte der große Mann sein können. Er hätte groß rauskommen können in Antiochien. Barnabas, was der dort nicht alles leistet. Was macht Barnabas? Er sieht, dass Ermutigung nicht reicht. Wir brauchen Lehre, wir brauchen Fundament. Die Christen brauchen Belehrung. Was macht Barnabas? Barnabas zieht weiter 200 Kilometer von Antiochien nach Tarsus, circa 200 Kilometer. Barnabas reist dorthin und er sucht den Saulus. Seit Apostelgeschichte 9, Vers 30, wo die Brüder aus Jerusalem Saulus nach Tasus geschickt haben, weil die Juden ihn umbringen wollten, hat man von Saulus nichts mehr gehört. Je nachdem, nach welcher Zeitrechnung du gehst, zwischen 6 und 10 Jahre, hat man nichts mehr von Saulus. Aber das ist dieser Barnabas, der Saulus, das ist ein Gelehrter. Der saß zu Füßen Gamaliels. Den kann ich rufen, der ist Jesus begegnet. Wir brauchen diesen Mann. Er ist genau der Richtige für die Arbeit. Er geht hin und sucht Paulus. Das war keine einfache Sache. Also nicht, dass du dir vorstellst, der schrieb auf WhatsApp eine Nachricht, hey Paulus, komm mal rüber. Es gab keine Telefonnummer, keine Straßen oder wie auch immer. Also ist er da hingegangen und suchte ihn. Auch dieses Wort, was hier Lukas verwendet, anaceteo, heißt nicht einfach mal vorbeischauen, so nebenbei, naja, Sonntagsspaziergang. Nein, das war gründliches Suchen. Das war wirklich ein Auftrag für ihn. Er wusste, ich brauche Saulus für diese Arbeit. Ich brauche Hilfe. Ich schaffe es alleine nicht. Ich brauche jemanden, der diese jungen Christen unterweisen kann. Und das ist Weitsicht und Uneigenn Barnabas holt einen Mann der ihm am Ende Saulus wird Barnabas am Ende bei weitem überragen. Aber das war Barnabas egal. Es ging ihm um die Gemeinde. Es heißt immer am Anfang der Apostelgeschichte Barnabas und Saulus. Und ab Kapitel 14 ändert sich das. dann heißt es immer Saulus und Barnabas. Er nimmt gerne den zweiten Platz ein. Er nimmt gerne den zweiten Platz ein, weil es um die Gemeinde geht, weil da was viel Größeres dahinter steht. Und dann sind diese zwei Männer, Saulus und Barnabas, eine Gemeinde und ein ganzes Jahr lehren sie die Gemeinde. Sie unterweisen die Gemeinde. Und genau diese Investition in Antiochien macht diese Stadt zu dem, was sie wurde, macht diese Gemeinde zu dem, was sie wurde. Zwei Kapitel später, in Kapitel 13, beginnen die Missionsreisen von Paulus. Jedes Mal startet Paulus in Antiochien. Aus Flüchtlingen wird eine sendende Gemeinde. Ein Jahr lang werden sie unterwiesen. Und das ist genau das Muster, was Jesus im Missionsbefehl uns auch weitergegeben hat. Nicht nur zu bezeugen, nicht nur zu bestärken, sondern auch zu belehren. Und Jesus sagt in Matthäus 28, 19 und 20, und lehret sie alles bewahren, was ich euch geboten habe. Missionsbefehl endet nicht damit bei der Bekehrung und bei der Taufe, sondern damit, dass man sie belehrt, alles zu halten. Wenn sie nicht wissen, was sie halten sollen, wie sollen sie es halten? Wie sollen sie richtig leben, wenn sie nicht wissen, wonach sie, nach welchen Maßstäben sie leben sollen? Und deswegen war Jesus selbst ein Lehrer in allererster Linie. Wir lesen sehr oft in den Evangelien, er lehrte die Volksmenge. Und das haben die Apostel übernommen in Apostelgeschichte 2, Vers 42. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Wir merken, wie dieser Faden sich durchzieht, wie diese biblische Wahrheit sich entfaltet. Immer wieder das gleiche Muster. Und Paulus schreibt später in 2. Timotheus 3, Vers 16, alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützt zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit. Ein Jahr lang Studium mit Paulus und Barnabas. Wie herrlich muss das gewesen sein. Und vielleicht gar nicht so exklusiv, wie wir uns das vorstellen. Vielleicht so ganz schlicht, wie das vielleicht auch bei uns geschieht. Sonntags in den Gottesdiensten, durch die Predigt, durch die Hauskreise, durch die Frauenkreise, durch die Männerkreise, durch Jüngerschaft, durch Unterweisung, durch Kinderstunde, all das gebraucht Gott, um sie zu lernen. Es ist kein Zusatz, wenn du in die Gemeinde kommst, für besonders gute Christen, so richtige Streber, die immer mehr wissen wollen, zum Christsein gehört das Belehren dazu. Das ist das Fundament. Wenn du das weglässt, dann lässt du das Fundament des Christseins weg. Und wie viele haben kein Interesse an Lehre, da vorwärts zu kommen, sich belehren zu lassen, selber zu lehren und das dann auch weiterzugeben. Aber es passiert was. Ein Jahr lang wird die Gemeinde unterwiesen und dann bekommen die Jünger einen neuen Namen, dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden. Zum allerersten Mal in der Geschichte kommt dieser Name Christen vor. Bis zu dem Zeitpunkt hießen sie immer nur Jünger. Jetzt Christen. Für uns ist das selbstverständlich, Aber damals war es brandneu. Und jetzt erlaube ich mir einfach, zehn Minuten länger zu predigen, weil die Zeit einfach rum ist. Aber danke für euer Verständnis. Christen war für sie brandneu. Und sie haben diesen Namen sich nicht selber gegeben. Die Leute in der Stadt haben sie so genannt. Die Nachbarn, die Händler, die Behörden. Christianoi ist lateinisch und endet immer auf den, den sie nachfolgen. So wie die Herodianer, also die, die den Herodien nachgelaufen sind. Genauso dieses Christen, einfach ausgedrückt die Leute des Christus. Aber denkt mal darüber nach, was das bedeutet. Was das bedeutet, dass die Menschen in Antiochien den Jüngern den Namen Christen verleihen. In einer Stadt, wo eine halbe Million Menschen leben, voller Kulte, voller Tempel, voller Philosophenschule, fällt eine Gruppe auf, dass sie für ihn...
für diese Gruppe einen neuen Namen erfinden. Und dieser Name enthält nicht ihre Herkunft, enthält nicht ihre Lehre, er enthält nicht ihre Lebensweise, sondern er enthält eine Person, der sie folgen, Jesus. Christen. Das heißt, diese Christen müssen so gelebt haben, sie müssen so gesprochen haben, sie müssen so gehandelt haben, dass jeder Außenstehende wahrgenommen hat, Es dreht sich um eine Person, Christus. Der Name kam von außen, weil das Leben von innen sichtbar war. Und das war kein Zufall, dass Lukas das nach einem Jahr Unterweisung hier anfügt. Die Christen sind gereift, sind gewachsen in ihrem Glauben und man hat es gesehen. Man hat es gesehen. Bezeugen bringt Menschen zu Christus. Und bestärken hält sie bei Christus. Belehren macht sie Christus ähnlich. Und das ist kein Zusatzangebot, sondern ausdrücklich Jesu Auftrag. Ohne Lehre bleibt dein Glaube ein Gefühl. Heute fühle ich so, morgen fühle ich so. Und Paulus sagt, so ein Glaube ist wie ein Blatt im Wind. Epheser 4, Vers 14. Es wird hin und her geweht. Und egal, wenn du begegnest, egal, was er dir sagt, du kannst es nicht prüfen. Du hast kein Fundament. Du hast keine Stabilität im Leben. Und Lehre braucht Zeit. Zeit, wo Saulus sich vorbereitet hat. Rund ein Jahrzehnt in Tarsus. Aber jetzt kann er Unterricht geben. Was lernen wir aus diesem dritten Punkt? Erstens, lass dich belehren. Lass dich belehren. Sonntags im Gottesdienst, in der Predigt. Nimm die Bibelstunden wahr. Nimm die Hauskreise wahr. Nimm Jüngerschaft wahr. Nimm Seelsorge wahr. Männerkreis, Hauskreis wahr. Dort, wo du Möglichkeiten hast, dich belehren zu lassen, lies die Bibel. Das ist Fundament. Das ist Fundament. Aber zweitens, lerne selbst in der Schrift. Forsche selber. Und dazu haben wir vielfältige Möglichkeiten heute. Die in Antiochien, die hatten ja nicht mal eine Bibel vorliegen. Sie konnten ja nur auf das achten, was Paulus und Barnabas ihnen weitergegeben hat. Außer die Schriften des Alten Testaments, was vielleicht sie damals jetzt hatten, weiß ich nicht. Aber du hast die Bibel. Du hast Bibellexikon, du hast Bibelsoftware. Wir haben alles, was wir brauchen. Es gibt keine Ausrede. Lerne selbst in der Schrift. Drittens, gib weiter, was du gelernt hast. Belehre andere. In Kolosser 3, Vers 16 sagt Paulus, lass das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Welt, in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt. Lehren. Und viertens, eine große Frage, die mich sehr bewegt, ist die Frage, würden Menschen in unserem Umfeld uns heute auch Christen nennen? Würden sie uns diesen Titel verleihen? Würden Menschen in deinem Umfeld, die dich kennen, deine Arbeitskollegen, Vorgesetzten, Nachbarn, Verwandte, wie auch immer, w sie dir den Titel Christ geben Sieht man das an unserem Denken an unserem Handeln dass wir einer Person nachfolgen Christus. Der Name Christ ist uns geschenkt worden und die Frage ist, ob man ihn uns heute geben würde. Das ist eine große Frage. Aber dann lasst mich weitergehen zum letzten Punkt. Vierter Punkt ist nach dem Belehren das Beistehen. Und auf den ersten Blick, wenn du diesen Text liest, dann denkst du dir, Lukas, in aller Welt, was machst du jetzt? Wir lesen von Bezeugen, Bestärken, Belehren. Und jetzt wechselt er irgendwie komplett die Thematik. Jetzt geht es plötzlich um Geld. Es geht um Verwaltung, es geht um Spenden und so weiter. Was hat das jetzt mit Erwägung zu tun? Was hat das mit all dem zu tun, was wir bis jetzt gelesen haben, was du hier jetzt berichtet hast? Aber es passt wie die Faust aufs Auge. Das, was jetzt kommt, beistehen, das ist der Prüfstein. Ob all die Punkte davor, die ersten drei Punkte, ob das wirklich echt ist, ist aus dem Zeugnis, aus der Ermutigung, aus diesen einem Jahr Unterweisung tatsächlich ein verändertes Herz geworden. Lehre, die nicht im Leben mündet, ist nur Theorie, bringt uns nicht weiter. Und hier kommt eine Ankündigung. In den Tagen damals gab es noch Propheten. Das waren Menschen, zu denen Gott gesprochen hat und Ereignisse in naher Zukunft vorausgesagt hat, weil die Bibel, der Kanon noch nicht abgeschlossen war. Diese Gabe hört dann auch auf. Es kommt ein Agabus aus Jerusalem, Propheten, die sagen, es wird eine Hungersnot kommen unter Claudius. Ist auch so eingetroffen. Man kann es auch außerbiblisch nachlesen, in ganz vielen unterschiedlichen Zeitzeugen, die das schildern. Eine große Versorgungskrise, Hungersnot, Teuerung. Aber die entscheidende Frage, wie reagieren die Gläubigen darauf? Kommt Agabus und sagt, steht Krisenzeit bevor. Hungersnot, Teuerung, Arbeitslosigkeit, was auch immer. Und die Frage, wie reagiert die Gemeinde darauf? Wie würden wir reagieren? Wir haben hier regiert, als Corona kam. Probleme, Unsicherheit, Krise, man weiß nicht, wie es weitergeht. Es ist so naheliegend, erstmal an uns selbst zu denken. Kommen wir über die Runden, schaffen wir es, können wir unser Niveau halten? Na ehrlich, das sind doch die Gedanken, die uns bewegen. Aber wir sehen hier eine Gemeinde, die nicht an sich selbst denkt, sondern sie denken an die Armen in Jerusalem. Sie beschlossen aber, dass jeder von den Jüngern, je nachdem einer von ihnen begürtet war, den Brüdern, die in Judäa wohnten, etwas zur Hilfeleistung senden wolle. Ihr erster Gedanke ist nicht der eigene Vorratsschrank, sondern ihr erster Gedanke ist, wie geht es den Geschwistern in Jerusalem. Und stellt euch das mal vor. Viele von ihnen kannten Jerusalem gar nicht waren nie in Jerusalem kannten gar nicht die Gemeinde dort die Br die Geschwister dort 500 Kilometer auseinander und sie bewegt ein Gedanke, nachdem Agabus sagt, hey, jetzt kommt eine ordentliche Krise weltweit im ganzen Römischen Reich. Sie denken an die Geschwister. Die Gemeinde in Jerusalem war ohnehin am Limit. Sie haben alles verkauft. Wir haben es vorhin gelesen bei Barnabas. Sie haben ihre Grundstücke verkauft, ihre Häuser verkauft. Sie haben es den Aposteln gegeben, damit die Witwen- und Armenversorgung aufrechterhalten werden konnte in Jerusalem. Die Gemeinde war am Limit. Da waren viele Arme. Und jetzt kommt obendrein noch die Hungersnot, wo die Armen am ehesten leiden oder am schnellsten wieder darunter leiden. und sie gucken nicht auf sich, sondern sie gucken nach Jerusalem und sie fassen drei Beschlüsse. Der erste Beschluss, jeder soll nach dem geben, wie er begürtet war. Das, was er hat. Es geht nicht um die Höhe, sondern es geht um die Verhältnismäßigkeit. Das hat auch Paulus später gelehrt. Zweitens, sie haben sich nicht nur einen Vorsatz gefasst, sondern sie taten es auch. Wie oft nehmen wir uns was vor und es bleibt dabei. Sie taten es auch. Wir werden auch dazu an vielen Bibelstellen ermahnt, nicht nur mit Worten zu lieben, sondern auch in Tat und Wahrheit. Drittens sehen wir, dass das Geld durch die Hand von Barnabas und Saulus nach Jerusalem gesandt worden ist. Männer, die vertrauenswürdig waren, Männer, die bewiesen haben, dass es nicht um sich geht, sondern um die Gemeinde. Denen hat man das Geld anvertraut, deren Integrität außer Frage stand, dass das Geld auch in Jerusalem ankommt und dort unter den Schwachen verteilt wird. Das Reich Gottes rechnet anders als die Angst, anders als die Welt. Der natürliche Reflex vor einer Krise heißt festhalten. Der Reflex eines veränderten Herzens heißt loslassen. Nicht, weil Christen sorglos wären, sondern weil sie einen Vater haben, der versorgt und deshalb die Hand öffnen können, wenn andere sie schließen. Und das sehen wir bei diesen Christen. Das sehen wir bei den Christen in Antiochia. Und ich glaube, das ist auch das Geheimnis, warum Paulus dreimal von dort aus in die Missionsreise aufgebrochen ist. weil sie nicht auf sich sahen, sondern das, was sie hatten, den anderen zur Verfügung stellten. Lass uns auch daraus lernen, die Not des anderen zu sehen. Geldtechnisch, aber auch darüber hinaus. Vielleicht ein Telefonanruf, vielleicht eine Fahrt zum Arzt, vielleicht irgendjemand praktisch helfen. Es gibt so viele Möglichkeiten, beizustehen. Und ich möchte auch das noch hier anfügen und auch der Gemeinde hier an dieser Stelle ein Lob aussprechen. Ich erinnere mich noch sehr gut an Corona. Und ihr wisst ja, dass wir die Roma-Schule in Georgienien unterstützen, auch die Cafeteria, also die Roma-Schule, aber sie haben ja auch eine Cafeteria, wo Angestellte sind. Und der Verb, der Erlös, was dort zusammenkommt oder auch nicht, das soll ja die Roma-Schule unterstützen. Und es kam Corona, sie konnten keinen Kaffee verkaufen. das waren Geschwister aus unserer Reihe, die gesagt haben, lasst uns die Gehälter dieser Menschen übernehmen. Dort wo die Not am gr war Und so wie Paulus Gemeinden auch lobt m ich auch das hier au tun Dass es uns als Gemeinde auf dem Herzen liegt und wir bereit sind beizustehen auch finanziell f die Roma so viele Jahre Auch das ist ein Zeugnis, was ich nicht unterm Tisch kehren möchte, ganz im Gegenteil, wofür ich sehr, sehr dankbar bin. Lass mich zum Schluss kommen. Aus einer Gemeinde, die bezeugt, bestärkt, belehrt und beisteht, wird eine Gemeinde, die sendet. Und es hat mit ein paar Flüchtlingen angefangen, deren Namen wir bis heute nicht kennen. und von diesem Tag an rollt das Evangelium nach Zypern, nach Kleinasien, nach Griechenland, nach Rom, bis nach Europa, bis nach Herzbruck, bis zu dir. Das hat den Antiochien den Anfang genommen. Dass du das Evangelium hörst, hat dort den Ursprung. Das müssen wir uns mal vor Augen halten. Und es trägt dieselbe Handschrift, das sind die gleichen Prinzipien, wie wir auch in der Geschichte von Herrn Hussain. Am 13. August 1727 folgt in Herrnhut genau die gleiche Reihenfolge. Sie bestärkten einander. Zwei Wochen später beginnt die stündliche Gebetswache, die sie über 100 Jahre hinfortgeführt wird. Sie belehrten einander in Chören, Hausgemeinschaften, tägliche Unterweisung und so weiter. Daher entstanden auch die Losungen. Vielleicht hat einer von euch die Losung zu Hause irgendwo auf dem Tisch liegen. Kommt von den Herrnhuter. Und es wurde eine Gemeinde, die aussandte. 1732, Leonhard Dober, ein Töpfer und David Nitschmann, ein Zimmermann, werden ausgesandt. Handwerker, keine Theologen. Auf die Sklaveninsel St. Thomas, die bereit waren, selbst in die Sklaverei zu gehen, um das Evangelium zu verkündigen. Damals hatte Herrnhut 400 Einwohner und aus diesem Dorf gingen in den folgenden Jahrzehnten über 200 Missionare in die Welt hinaus. Und heute hat sie Millionen Menschen erreicht in über 40 Ländern. Antiochien und Herrnhut sind 2000 Jahre und 3000 Kilometer voneinander entfernt. Aber es ist dieselbe Handschrift. Verfolgte Menschen, die weitergeben, was sie haben. Und Gott baut seine Gemeinde, auch wenn es eng wird. Und manchmal gerade dann. Deswegen lasst uns diese vier Punkte mitnehmen. Bezeugen, bestärken, belehren, beistehen. Und dann wollen wir es Gott überlassen, was Gott daraus macht. Vielleicht passiert gar nichts. Vielleicht passiert was Großes, wenn der Herr seine Hand bewegt. Die Männer aus Zypern und Kyrene wussten nicht, dass daraus eine Weltmission entstehen wird, als sie ihren Mund aufmachten und den Griechen das Evangelium verkündigten. Barnabas wusste nicht, dass Paulus einmal fast die halbe Bibel schreiben würde. Wir wissen nicht, was passiert. Aber halten wir uns an diese vier Punkte. Lasst uns bezeugen, lasst uns bestärken, lasst uns belehren und lasst uns beistehen. Und dann wollen wir Gott überlassen, was seine Hand bewegt. Amen.