Johannes Pflaum Gemeindefreizeit 2024 2
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Schön, meine Aufgabe nach der Wanderung mit euch Wiederbelebungsversuche durchzuführen. Es gibt drei Gefahren in einer Versammlung. Die erste, dass die Zuhörer einschlafen. Die zweite, dass der Prediger einschläft. und die dritte ist die schwierigste, wenn der Prediger einschläft und keiner merkt es. Also hoffen wir, dass ihr heute noch da seid. Ich möchte euch noch kurz was zu den Büchern sagen auf dem Büchertisch. Was ist heute in vier Monaten? Wer weiß das? Weihnachten, ganz genau, erster Weihnachtsfeiertag. Und es gibt ein paar Chancen, die wir immer evangelistisch nutzen sollten. Dazu gehören Hochzeiten, da kommen Leute, die kommen sonst nie mehr unter das Wort Gottes. Dazu gehören Beerdigungen, kommen auch Leute, die kommen sonst nie mehr unter das Wort Gottes. Und an Weihnachten sind die Menschen immer noch offener wie sonst. Da kann man ihnen was schenken, da sagen sie nicht gleich nein. Und das sollte man ausnützen, vielleicht was Süßes und was Evangelistisches dazu. Und da drüben, da liegt ein ganzes Arsenal von Weihnachtsbüchlein der letzten Jahre. die sind nicht zeitlich gebunden, die sind zeitlos. Frieden auf Erden zum Beispiel, Fragezeichen. Und die sind zum Verteilen gedacht, zum Mitnehmen. Geht auf Spendenbasis, wie die ganzen Bücher, was einlegen möchte. Und nützt diese Chancen an Weihnachten. Da sind die Leute wirklich noch offener wie sonst. Was Süßes und Weihnachtsbücher dazu. Ein paar schöne Worte. Dann sind sie dankbar. Wir sollten das einfach nützen. Das Neue ist noch nicht dabei, das ist gerade noch in der Grafik, in der Herstellung, aber einfach, um die Menschen anzusprechen, mit dem Evangelium zu erreichen. Dann liegt das Buch da drüben, Mut für Morgen. Und in diesem Buch geht es um das, was ich gestern angesprochen habe. Wir gehen auf eine andere Zeit zu. Jeder, der die Zeit etwas beobachtet, der sieht es. Es wird enger für die bekennenden Nachfolger Jesu. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir im Gegenwind segeln und dass wir, ich denke, auch sehr bald einen Preis zahlen werden, wenn wir klare Positionen von der Bibel her haben. Und dieses Buch möchte einfach Mut machen. Einmal, was lehrt das Neue Testament? Was lehrt die Bibel über Leiden? Nicht nur das Neue Testament. Da sind wir ein ganzes Stück davon weggekommen. Es gibt immer schwere persönliche Lebensführungen. aber als Gemeinde Jesu durch den Wohlstand der ganzen letzten Jahrzehnte. Ich sage euch so viel, das ist nicht der Normalzustand, das ist ein Ausnahmezustand von der Bibel her. Der Normalzustand ist, dass Gemeinde Jesu unter Druck ist. Also was lehrt die Bibel zum Thema Leiden? Da geht es um ganz praktische Themen, die Entwicklungen, in denen wir stehen. Das Beispiel einer Gewissensdiktatur am Nationalsozialismus. Was bedeutet das, wenn die bekennende Gemeinde Jesu unter Gewissensdruck kommt? Das haben wir ja in der heutigen Zeit. Und im zweiten Teil geht es dann darum, Ausblicke in der Offenbarung auf Gottes souveräne Herrschaft. Die Offenbarung war zu jeder Zeit ein Hoffnungsbuch für die verfolgte Gemeinde Jesu. In der Vergangenheit, in der Kirchengeschichte, immer. Weil sie eben den Blick auf den lenkt, der über allem steht, ein Trostbuch. Und am Ende zum Ziel kommen wird. Das zu dem Buch hier. Und dann liegen noch auf, ich denke, das kennen einige von euch, Ethos und Faktum. Ethos, das ist auch sehr gut evangelistisch. Wir haben auch ein Ehepaar, dem wir seit Jahren Ethos abonniert haben als Geschenk. Sind sehr gute Themen drin, auch immer wieder evangelistisch. Und Faktum hat viel mit Glauben und Denken zu tun. Kann ich euch auch nur empfehlen. Dürft ihr gerne mitnehmen, weitergeben oder auch zum selber abonnieren und bestellen, wenn jemand meint, ja, das ist was wirklich Gutes in diesem Zusammenhang. Noch eine weitere Anmerkung. Vielleicht haben das einige von euch mitbekommen. Heute Nacht ist ja die Situation im Norden von Israel weiter eskaliert mit dem Libanon. und wir sind seit vielen Jahren verbunden mit dem Werk Zedakadis, vielleicht von euch auch manche kennen, im Norden von Israel, Pflegeheim für Holocaust-Überlebende. Sie sind jetzt heute seit 322 Tagen im Bunker. Mit den ganzen Holocaust-Überlegenden, die sie pflegen, das spielt sich dort alles im Bunker ab. Ich darf immer wieder dort sein in den letzten Jahren, so Gott will nächstes Jahr auch wieder, für Bibeltage, für die Mitarbeiter. was das für diese Leute bedeutet, die den Holocaust überlebt haben und jetzt wieder in Todesgefahr stehen. Auch für das Pflegepersonal in so einer Bunkersituation. Das sind vielleicht noch ein paar Trennwände oder sonst etwas. Aber da muss man dann auch klar mitkommen. Und beten wir auch für die Gemeinde Jesu in Israel, für das Zeugnis und für die Arbeiten, die dort sind. Die rote Zone geht ja bis Tel Aviv, wenn sich das ausbreitet. also nicht nur in den Norden Israel, sondern bis südlich von Tel Aviv geht die rote Zone, wenn der Beschuss vom Libanon noch weiter zunehmen sollte. Das als kleine Anmerkung zu dem, was sich dort momentan abspielt. Wir schlagen auf 2. Mose 3, Vers 1 bis 18. Und es geht heute um Moses Berufung. und ich werde nicht die ganze Berufung Kapitel 4 geh ja auch noch dazu behandeln sondern nur diese ersten 18 Verse Und wir kommen morgen und auch wieder auf die Berufungsgeschichte von Mose zur auch in Bezug auf Kapitel 4 an dem einen oder anderen Punkt. Gestern Abend das Thema unter schweren Voraussetzungen. Moses Geburt, Moses Kindheit, Moses Jugend, dann bis zu seinem 40. Lebensjahr in einem durch und durch gottlosen Umfeld. Jetzt kommt dieser Sprung von 40 Jahren, vom 40. zum 80. Lebensjahr, in 2. Mose 3, Vers 1 bis 18. Und da lesen wir, Und Mose weidete die Herde Jethros, seines Schwiegersvaters, des Priester von Midians. Und er trieb die Herde hinter die Wüste und kam an den Berg Gottes, an den Horeb. Ich füge an, hier Berg Gottes genannt schon, weil Gott sich später an diesem Berg geoffenbart hat. Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus einem Dornbusch. Und er sah, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt. Und Mose sprach, ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. Und als der Herr sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief Gott ihn mitten aus dem Dornbusch zu und sprach, Mose, Mose, und er sprach, hier bin ich. Und er sprach, tritt nicht näher zu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden. Und er sprach, ich bin der Gott eines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaks und der Gott Jakobs. Da verbarg Moses sein Angesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach, gesehen habe ich das Elend meines Volkes, das in Ägypten ist. Und sein Schreien wegen seiner Treiber habe ich gehört, denn ich kenne seine Schmerzen. Und ich bin herabgekommen, um es aus der Hand der Ägypter zu retten und es aus diesem Land hinaufzuführen, in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, an den Ort der Kananitern und der Hettitern und der Amoritern und der Perisitern und der Hevidern und der Jebusitern. Und nun siehe, das Schreien der Kinder Israels ist vor mich gekommen. Und ich habe auch den Druck gesehen, womit die Ägypter sie drücken. Und nun geh hin, denn ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Kinder Israels aus Ägypten herausführst. Und Moses sprach zu Gott, wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und dass ich die Kinder Israels aus Ägypten herausführen sollte. Und er sprach, weil ich mit dir sein werde und dies sei dir das Zeichen, dass ich dich gesandt habe. Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr auf diesem Berg Gott dienen. Und Mose sprach zu Gott, siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen spreche, der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt und sie zu mir sagen werde, was ist sein Name, was soll ich zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose, ich bin, der ich bin. Und er sprach, so sollst du zu den Kindern Israels sagen, ich bin, hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose, so sollst du zu den Kindern Israels sagen, der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Israels und der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig und das ist mein Gedächtnis vom Geschlecht zu Geschlecht. Geh hin und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen. Der Herr, der Gott eurer Väter ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaks und Jakobs und hat gesagt, angesehen habe ich euch und das, was in Ägypten geschehen ist. Und ich habe gesagt, ich will euch aus dem Elend Ägyptens herausführen in das Land der Kananiter und der Hethiter und der Amoriter und der Pherisiter und der Hewiter und der Jebusiter in ein Land, das von Milch und Honig fließt. Und sie werden auf deine Stimme hören. Und du sollst hineingehen, du und die Ältesten Israels, zum König von Ägypten. Und ihr sollt zu ihm sagen, der Herr, der Gott, der Hebräer ist uns begegnet. Und nun lass uns doch drei Tagesreise weit in die Wüste ziehen, damit wir dem Herrn, unserem Gott, opfern. Soweit dieser Abschnitt. Als ich im letzten Jahrhundert, im letzten Jahrtausend, 1993 meine Ausbildung am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission begonnen habe, gab es nicht nur inhaltliche und geistliche Unterschiede zu der Ausbildungsstätte heute. Zu unserer Ausbildung, da gehörte damals nicht nur das Studium und der Unterricht, sondern auch ganz praktische Arbeit wie Hausputz und praktische Arbeitszeiten in verschiedenen Bereichen Und so bekamen wir am ersten Tag nach unserer Anreise bei einer Hausf gezeigt wie man eine Toilette richtig putzt Das war das Erste was wir gelernt haben. Und es war wichtig für den morgendlichen 20-minütigen Hausputz, den wir zwischen Montag und Freitag jeden Tag hatten. War noch vor dem Frühstück, Hausputz gewesen. Und dann gab es auch den Samstagvormittag, zwei Stunden Unterricht und dann kam der große Hausputz. Samstags zwei Stunden, zweieinhalb Stunden zum Teil, je nachdem, wo man eingeteilt war. Und zu diesem großen Hausputz gehörte im ersten Jahr auch das Kehren der Straße und Wege auf dem Missionsberg. Da fuhr noch keine Kehrmaschine, wie das heute ist oder schon seit Jahren ist. Es war ja noch ein großes Gelände gewesen. Und die im ersten Jahr wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Und dann hat man immer 14-tägig im Wechsel gekehrt. Am Samstagmorgen. Nun, ich habe gesagt, der Missionsberg ist kein kleines Gelände. Da stehen auch viele Laubbäume. Und dann könnt ihr euch vorstellen, jetzt wird es wieder langsam Herbst. wenn dann der Herbstwind gekommen ist und wenn es dann noch geregnet hat und auf Schwäbisch alles richtig gebeppt hat, dann war das eine ganz besondere Arbeit, den Missionsberg zu kehren. Es war zugleich ein Charaktertest und eine Herausforderung. Ich kann mich auch noch erinnern, wie ich am Anfang das mit wenig Begeisterung getan habe. Für was war ich nach Liebenssell gekommen? Bibelstudium, theologische Ausbildung, um irgendwo mal in den Dienst zu gehen. Kinderarbeit, Jugendarbeit, Predigtdienst, Verkündigung. Warum da noch diese lästige Arbeit? Aber schon nach kurzer Zeit habe ich einen ganz anderen Blick dafür bekommen. Und im Rückblick bin ich sehr dankbar, dass wir damals ganz praktisch dienen gelernt haben in den alltäglichen, in den sogenannten niedrigen Arbeiten. Muss ich noch euch erzählen, was dann beim wöchentlichen Hausputz, jede Woche oder alle zwei Wochen woanders eingeteilt wurde, wenn die Aufgabe war eben Toiletten putzen, das, was wir als erstes gelernt haben. Da kam der Vizesenior, der hat jeden Morgen kontrolliert, ob wir auch richtig putzen und dann ist er mit dem bloßen Finger innen den Rand durchgefahren, zum sehen, ob wir das auch sauber gemacht haben. Aber das war Charakterbildung. Ich bin im Rückblick so dankbar für diese Zeit. Jetzt haben wir mit Mose eines der größten geistlichen Vorbilder in der Bibel. Wir haben das gesehen 1a Prinzenausbildung. Das lag längst hinter ihm. Und nun war er in der Schule Gottes und wurde für seinen eigentlichen Lebensauftrag vorbereitet. Und dabei verlief diese Vorbereitung über die nächsten 40 Jahre, nachdem er in die Wüste geflohen war, ganz anders, als wir das wohl erwartet hätten, wenn wir die Geschichte jetzt noch nicht kennen würden. Wahrscheinlich auch ganz anders, als Mose das selbst erwartet hatte. Nach 40 völlig unspektakulären Jahren traf ihn dann die Berufung Gottes in unserer Geschichte. Eben Israel aus der Knechtschaft zu führen. Und an Mose können wir sehen, dass nur der im richtigen Sinn geistliche Verantwortung wahrnehmen kann, der zuvor dienen gelernt hat. Und deshalb war das so wichtig damals bei unserer theologischen Ausbildung, wirklich dienen lernen. Ein deutscher Luftwaffengeneral hatte so formuliert, wer führen will, muss dienen können. Und in der Bibel geht es ja um viel, viel mehr, wie einige Führungsgrundsätze und welche Prinzipien. Alles steht in einem untrennbaren Zusammenhang mit Gottes Handeln, mit seiner Führung und mit der Formung eines geistlichen Charakters, mit der Veränderung von Menschen. Wir wollen jetzt in drei Schritten diesen Text betrachten, das meiste aus diesem Text. Das Erste, was wir in unserem Text haben, ist eine große Lücke. Das Zweite, ein alltägliches, besonderes Ereignis. Und dann das Dritte, eine eindeutige Berufung. Zunächst das Erste, eine große Lücke. In 2. Mose 2, Vers 15, da lesen wir von Moses Flucht oder ab Vers 15 vor dem Pharao in das Land Midian. Und dort fand er dann Unterschlupf bei Jedro, diesem Priester, er war ja kein Israeliter, Er wurde aber ein Priester genannt und heiratete einen dessen Töchter. Und wir lesen dann auch noch von seinem ersten Sohn Gersom, der geboren wurde. Also wir müssen in der Bibel immer unterscheiden, es gibt Gersom und es gibt Gersom. Und hier ging es um den Gersom, den ersten Sohn von Mose, der geboren wurde. Und Gersom bedeutet Fremder in einem fremden Land. Mose war ja in einem fremden Land und an diesem Status hat sich für 40 Jahre nichts geändert. Und in diesen 40 Jahren ging die Sklaverei der Kinder Israels weiter ohne dass der Druck nachgelassen h Im Gegensatz der Druck stieg noch Eben Mose wurde geboren, war schon Druck da, 40-jähriger Prinzensohn. Und dann ging der Druck nochmal für 40 Jahre weiter, ohne dass sich was geändert hätte, sondern der Druck nahm noch zu. Und für 40 Jahre stand Mose menschlich gesehen scheinbar auf dem Abstellgleis. Ein Mann, der durch die göttliche Berufung über seinem Leben erkannt zu haben meinte. Und für 40 Jahre tat er eine ganz alltägliche Arbeit, ganz gewöhnliche Arbeit mit dem Hüden der Herden seines Schwiegervaters. Und diese Arbeit stand in keiner Verbindung, wenn wir das mal so sehen wollen, zu der Not, die die Israeliten in Ägypten gelitten haben. Wenn wir von 2. Mose 2, 21 und 22 den Bogen zu 2. Mose 3, 1 spannen, dann haben wir eine Lücke im Leben Moses von nahezu 40 Jahren, in denen sich nichts Besonderes ereignet hat. Nun, die Hochzeit war etwas Besonderes, die Geburt seines ersten Sohns auch, aber dann diese Lücke ohne irgendetwas Besonderes. Und als das Leben und der Dienst Moses abgeschlossen war, ich gehe jetzt an sein Lebensende, da lesen wir in 5. Mose 34, Vers 10 bis 12 von ihm, dass in Israel kein Prophet mehr aufstand wie er. Und dann heißt es, der den Herrn von Angesicht zu Angesicht gekannt hat, mit allen Zeichen und Wundern, die er getan hat und alles, was vor dem Pharao dazugehört hatte. Das war dann am Lebensende. Das ist schon etwas ganz Gewaltiges. Aber jetzt haben wir in unserem Text eine Lücke über vier Jahrzehnte im Leben Moses, in der wir von keinem einzigen besonderen Ereignis, von keiner einzigen besonderen Erfahrung, geschweige denn von Wundern lesen, von denen wir dann später in seinem Leben lesen. Also keine besondere Dinge. Wir lesen auch nicht von irgendeiner besonderen Offenbarung, die er in diesen 40 Jahren gehabt hätte. Wir können davon ausgehen, dass Mose auch in dieser Zeit dem Herrn vertraute und mit dem Herrn gerechnet hat. So wie es in Hebräer 11, Vers 27 steht, schon in Bezug auf seine Flucht. Durch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht, denn er hielt standhaft aus, als sähe er der Unsichtbaren. Nochmal in dieser großen Lücke gab es kein so besonderes geistliches Ereignis in seinem Leben, dass es Gott in seinem Wort erwähnt hätte. Auch in den beiden anderen großen Texten über Mose und seinen Auftrag, Apostelgeschichte 7, wir haben gestern einen Abschnitt gelesen, Hebräer 11, haben wir dieselbe Lücke. Interessanterweise werden uns in Apostelgeschichte 7, 22 und 25 noch zwei Details erwähnt, die wir in unserem Text jetzt nicht gelesen haben. Aber trotzdem keine zusätzliche Angaben über diese 40 Jahre in der Warteschlaufe Gottes. Wir können fest davon ausgehen, dass Gott diese so unspektakuläre Zeit maßgeblich gebrauchte, um Mose in seinem Charakter zu verändern, um ihn zu formen für seinen großen Auftrag, um ihn darauf vorzubereiten. Eben nicht durch spektakuläre, außergewöhnliche Erfahrungen, sondern durch die ganz alltägliche und monotone Arbeit bei seinem Schwiegervater. Und wir lesen auch von keinem anderen Dienst, wir lesen von keiner zusätzlichen Aufgabe, die Mose in diesen Jahrzehnten gehabt hätte, als nur das Hüten der Herde seines Vaters. Und damit werden auch für uns manche Vorstellungen und Erwartungen korrigiert, wie wir uns geistliche Bewährung, Formung und Veränderung vorstellen. Natürlich kann der Herr auch manchmal sehr eindrücklich durch besondere Ereignisse eingreifen. Denken wir an die Jonah-Geschichte, in der der Herr sehr spektakulär an seinem Propheten gearbeitet hat und am Charakter seines Prophetens. Also Stichworte Sturm, Fisch, Hitze, Rizinus, Staude, Wurm, Jonah. Das waren schon spektakuläre Dinge, die er erlebt hat. Ich wollte nie mit ihm tauschen. Drei Tage Nächte im Bauch eines Fisches bei lebendigem Leibe. Ich denke, da gibt es wirklich Angenehmeres. Also der Herr kann sehr spektakulär eingreifen. Denken wir an Daniel und seine drei Freunde, deren Charakter schon im Teenager-Alter geformt wurde. Große Glaubensproben, Herausforderungen. Ich habe bei einem Unterrichtsabschluss, also biblischer Unterricht, Über das Thema gepredigt, vier Teenies proben den Aufstand. Eben diese Standfestigkeit von Daniel und seinen Freunden.
Auch Mose hatte so einen Knotenpunkt im Alter von 40 Jahren mit der Flucht in die Wüste. Aber dann kommt eben diese gewaltige Lücke in seinem Leben. Und daraus können wir lernen, dass Gott seine Werkzeuge durch die ganz alltäglichen Pflichten und Aufgaben über einen großen Zeitraum hin vorbereitet, verändert und prägt. Wir würden das heute wahrscheinlich als grauen Alltag bezeichnen, was Mose 40 Jahre erlebt hat. Und so sind es oft die alltäglichen Pflichten und die damit zusammenhängende Routine, die ständig wiederkehrende Arbeit, durch die der Herr uns verändert und formt, manchmal viel mehr, wie wir das wahrhaben wollen oder wie wir das meinen. Und dieser Blick geht uns oft verloren und viele meinen, das Wirben Gottes an uns, das muss mit ständigen Highlights und mit ständigen besonderen Erlebnissen verbunden sein. Und dazu kommt dann noch die ganze Spaßkultur der letzten Jahrzehnte, die sich durch unseren Wohlstand herausgebildet hat. Alles soll nur noch Spaß machen. Lernen in der Schule soll nur noch Spaß machen. Gut, was dann am Ende herauskommt bei der Pädagogik, das ist eine ganz andere Frage. Aber versteht, was ich meine? Alles soll nur noch Spaß machen. Eben, vom Lernen bis zur täglichen Arbeit. Und das übertragen wir dann auch oft aufs Glaubensleben. Alles soll nur noch Spaß machen. Auch wenn die Bibel uns darüber nichts sagt, können wir fest davon ausgehen, dass der Spaßfaktor, das was wir heute darunter verstehen, sich für Mose in den nahezu 40 Jahren sehr in Grenzen gehalten hat. Wenn ich das einmal so formulieren darf. Vielmehr war Konstanz, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Bewährung in seinen ganz alltäglichen Aufgaben und Pflichten gefordert. Nicht die Suche nach dem nächsten geistlichen Kick und nach ständiger Abwechslung. Jetzt kann der Herr natürlich auch in neue Aufgaben und Tätigkeiten oder Berufe führen. Lass mich das mal sagen, die meisten wissen gar nicht, woher unser Wort Beruf kommt. Das hat einen geistlichen Hintergrund. Das kommt aus der Reformation von Martin Luther. Eben, da hat es ja geheißen damals, die Katholische Kirche nur der Klerus haben einen geistlichen Dienst in den Klöstern, die Mönche, die Nonnen und die Priester. Dann hat Luther gesagt, nein, das stimmt nicht. Es geht darum, dass du die Berufung Gottes in deinem Leben erkennst. Ob du Schuster bist, ob du Schmied bist, ob du Zimmermann bist oder was du sonst bist. Und das ist der Hintergrund, dass wir von Beruf sprechen. Das hat mit Berufung zu tun. Also in den ganz alltäglichen Aufgaben zur Ehre Gottes zu leben, an dem Platz, wo er uns hingestellt hat. Natürlich kann der Herr auch in neue Aufgaben, Tätigkeiten oder Berufe führen. Was aber schon ein bisschen Sorge macht, ist dieses ständige Wechseln und ständige Suche nach Abwechslung, das sich auch durch unseren Wohlstand ausgebreitet hat. Kaum hat man eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen, sucht man schon wieder eine andere neue Herausforderung, wie das dann häufig so schön formuliert wird. Und am bedenklichsten wird es dann, wenn jemand einfach seine Arbeit hinwirft mit der Begründung, ich brauche jetzt eine Auszeit, um den Willen Gottes für mein Leben zu erkennen. Ich meine jetzt nicht jemand, der erschöpft ist, der braucht vielleicht auch mal Erholung, sondern man einfach, weil die Arbeit halt einem nicht so ist wie bei meines, schmeißt man sie hin, ich brauche jetzt eine Auszeit, um den Willen Gottes für mein Leben zu erkennen. Gott kann mir seinen Willen sehr wohl auch in der Ausübung der täglichen Arbeit und der täglichen Pflichten deutlich machen, wenn er mich an einen anderen Platz führen möchte. Eben Mose, tägliche Pflichten, tägliche Arbeiten. Bis dann die eindeutige Berufung gekommen ist. Und dieses Denken in den Kategorien von ständig neuen Herausforderungen, Abwechslungen, das geht bis in die Gemeinde Jesu hinein. Das betrifft nicht nur das Berufsleben. Man arbeitet in einem Dienstbereich mit und schon nach wenigen Jahren hat man den Eindruck, jetzt ist etwas anderes dran. So wird es formuliert. Ich sage nochmal, der Herr kann uns anders führen. Das steht außer Frage. Aber das muss uns nachdenklich stimmen. Heißt immer nach ein paar Jahren, zwei, drei Jahren, ja jetzt ist wieder was anderes dran. Und selbst in der Missionsarbeit werden Missionare, die über Jahrzehnte im Einsatz stehen, immer mehr zum Auslaufmodell. Für einige Jahre, das machen noch einige, aber dann ist wieder was anderes dran. Wir konnten im Juli in Sambia sein, meinem Bruderbesuch in der Zeit 38 Jahren in der Missionsarbeit dort steht. Und das ist eine Sache, die hat mich zutiefst bewegt, wie Missionare, die lang am Ort stehen, immer weniger werden. So drei, vier Jahre, das ist mal gut, solange es doch Spaß macht und dann wieder etwas anderes. Wir sehen, wie dieses Denken immer mehr auch auf die Gemeinde Jesu abfährt. Ich sage es doch mal, natürlich kann der Herr auch neue Türen führen, eröffnen und an seinen anderen Platz führen. Aber an Mose k wir lernen wie der Herr 40 Jahre in seinem Leben am Wirken war mit den allt Pflichten und Arbeiten die sich in diesen 40 Jahren nicht ver haben Und wie Mose dadurch zugleich auf seinen großen Auftrag vorbereitet wurde. In einer Bibelarbeit über diesen Text habe ich gestern schon genannt, mein Lehrer, Pfarrer Heiko Grimmer, Ethiklehrer, ist schon beim Herrn. Und da habe ich mir im Frühjahr 1986 folgende Notizen aufgeschrieben. Gott wird Dinge in unser Leben legen, die wir nicht wollen. Und das gehört dazu. Gott legt jeden Tag Dinge in unser Leben, damit wir nützlich werden für seinen Dienst. Habe ich mir damals aufgeschrieben. Was der von Gott gebrauchte Verkündiger, Seelsorger und Buchautor William MacDonald, der wahrscheinlich uns allen bekannt ist, geschrieben hat, das erinnert auch an diese 40 Jahre alltäglicher Routine im Leben Moses. William MacDonald starb ja 2007 im Dezember im Alter von 90 Jahren und er hat dann im Alter einmal Folgendes festgehalten. Der größte Teil meines christlichen Lebens war harte Arbeit, beständiges Streben, Routine, Verpflichtungen und viele einsame Stunden. Es gab Zeiten, in denen ich mich fragte, ob wohl irgendetwas erreicht werden würde. Doch wenn ich daran dachte aufzugeben, schickte der Herr eine kleine Ermutigung, die mich antrieb, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Das sehen wir auch bei William MacDonald. Harte Arbeit, tägliche Routine, viele einsame Stunden, die mit seinem Dienst verbunden waren. So ging es für Mose in dieser großen Lücke auch darum, in seinen Aufgaben auszuharren, beständig zu sein. Und dadurch, ohne dass er es selbst wohl gemerkt hat, dass ihm das bewusst war, verändert, geprägt und vorbereitet zu werden für seine zukünftigen Aufgaben. Ich zitiere dazu Warren Wiersbe. Er schrieb, Der Mann, der mächtig in seinen Worten und Werken war, befand sich nun auf dem einsamen Weide und hütete störrische Schafe. Dies war jedoch genau die Vorbereitung, die er als zukünftiger Führer eines störrischen Volkes brauchte. Israel war Gottes besondere Herde und Mose sein auserwählter Hirte. Vergleichbar mit Josef, 13 Jahre als Sklaven in Ägypten und Paulus dreijähriger Vorbereitungszeit nach seiner Bekehrung, bereiteten seine 40 Jahre des Wartens und Arbeitens Mose auf ein Leben des treuen Dienstes für Gott vor. Gott legt seine Hände nicht plötzlich auf seine Diener, sondern er bereitet sie langsam auf ihre Aufgaben vor. Kurze Anmerkung, er schreibt hier von diesen drei Jahren von Paulus in Arabien, wenn wir die Zeit nehmen zwischen der Bekehrung des Paulus und der Aussendung zur ersten Missionsreise, Apostelgeschichte 13, sein eigentlicher Lebensauftrag, dann waren das 13 bis 15 Jahre Vorbereitungszeit gewesen. Und das bei einem Mann, der das Alte Testament schon in und auswendig gekannt hatte, als er Jesus begegnet war. Also das ist jetzt diese 40-jährige Lücke alltäglicher Aufgaben und Pflichten. Und jetzt kommen wir zum Zweiten, ein alltägliches besonderes Ereignisse. Inmitten dieser alltäglichen Routine des Hirtendienstes kam es dann zur Berufung der eigentlichen Lebensaufgabe von Mose. Es ist es möglich, dass Mose bei seinen alltäglichen Aufgaben auch besondere Erfahrungen oder Erlebnisse machte. Wir lesen von David, als er dann vor Saul gekommen war, wie er dann sagt, er hat mal mit dem Löwen gekämpft, hat ihm das Schaf aus dem Maul gerissen oder den Löwen hat er erschlagen. Er hat dem Bären das Schaf entrissen als Sürde, also besondere Erfahrungen im Leben Davids. Aber interessanterweise lesen wir von Moses so etwas nicht. Möglicherweise war es da, aber vielleicht war es auch nicht da. Also nichts Besonderes wird uns berichtet. Und dann findet seine Berufung in einem alltäglichen besonderen Ereignis statt. Er war mit seiner Herde wie an so vielen Tagen am Horeb und Gottesberg unterwegs. Und nun wird uns in Vers 2 berichtet, was dort geschehen ist, bevor dann danach ab Vers 3 die Abfolge dieser Ereignisse kommt, wie es sich zugetragen hat. Nun, ein brennender Dornbusch war in der heißen Wüste Midian nichts Besonderes. Und jeder, der schon einmal in der Wüste oder in heißen Trockengebieten unterwegs war, hatte möglicherweise auch schon Reste von verkohlten Büschen und Sträuchern gesehen. Haben wir in Afrika gesehen, das habe ich in Israel schon öfters gesehen. Gut, die Brandursache ist verschieden. Je nachdem, wie das Land ist, wird sowas nicht mal gelöscht, wenn man das sieht, sondern man lässt es einfach runterbrennen, wenn es dann gerade nicht den Flächenbrand gibt. Eben das ist nichts Besonderes dass in einem hei Gebiet d B brennen oder in der W dann Dornb gebrannt haben Wahrscheinlich handelt es sich mit dem Dornbusch um einen Senabusch der bis zu einem Meter hoch wird, die es in der Wüste oft gegeben hat. Also ein alltägliches Ereignis mit den Schafen in der Wüste und dann brennt wieder einmal ein Dornbusch. Und jetzt kommt aber das Besondere in diesem alltäglichen Ereignis. Der Dornbusch verbrannte eben nicht. Er brannte, aber verbrannte nicht. Und das zog Moses Aufmerksamkeit auf sich. Er ging hin, um sich diese besondere Erscheinung anzusehen. Nochmals eine kleine Notiz aus der schon erwähnten Bibelarbeit von Heiko Grimmer. Gott kommt in die Alltäglichkeit, Dornbusch, nicht im Außergewöhnlichen. Gott durchheiligt und gestaltet das Alltägliche. Gott ist nicht in besonderen Stunden zu finden, sondern er ist mir nahe oder nicht. Der Herr gestaltet den ganzen Tag. Das zu diesem alltäglichen Ereignis. Und manche Ausleger sehen in diesem brennenden und zugleich unverbrennbaren Dornbusch auch ein Hinweis auf Israel und seine Niedrigkeit. In Rechter 9,15 ist vom Dornbusch die Rede, auch in Micha 7, Vers 4. Und dieser brennende und trotz bestehend bleibende Dornbusch als Symbol für Israel. Und das erinnert zugleich an die Verheißung aus Jesaja 43, Vers 2. Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir und die Ströme werden dich nicht überfluten. Und wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versenkt werden und die Flammen werden dich nicht verbrennen. Also die Niedrigkeit Israels, das auch durch das ganze Feuer der Geschichte bestehen bleibt, bis der Herr zum Ziel gekommen ist. Jetzt aber wieder zu dieser alltäglichen Begebenheit. Damit der Herr uns in den alltäglichen Dingen begegnen kann, ist es wichtig, dass wir bewusst in der Gemeinschaft mit ihm und in seiner Gegenwart leben. Ganz einfach im Alltag, so wie Heiko Grimmer das ausgedrückt hat. Damit keine Missverständnisse entstehen, noch eine Anmerkung dazu. Gottes Begegnung und Leiden in den alltäglichen Dingen ersetzt nicht das Gebet und Bibelstudium, sprich die stille Zeit. Also wenn wir in seiner Gegenwart bewusst sind, heißt das nicht, ja ich bin in der Gegenwart bewusst, brauche ich nicht mehr Bibel lesen und brauche ich nicht mehr beten. Vielmehr geht es darum, dass unser Alltag in die Stille mit dem Herrn eingebettet ist und dass er auch von dort her durchheiligt wird, wie das Grimma ausgedrückt hat. Und auch muss nicht bei jeder alltäglichen Begebenheit etwas Besonderes dabei sein. Es war bei Mose 40 Jahre lang auch nicht der Fall gewesen. Eben, wir sollen keine frommen Kaffeesatzleser werden. Wenn ich das mal so nennen darf, die dann versuchen, aus irgendeinem alltäglichen Ereignis etwas ganz Besonderes zu erkennen. Gut, Kaffeesatzleser sind nie fromm, aber ihr wisst, was ich meine. Fromme Kaffeesatzleser. Aber wenn wir in der Gemeinschaft mit dem Herrn leben, dann werden wir auch sehen, wo er uns in alltäglichen Dingen begegnet. Und sein Reden steht dann immer in einem Zusammenhang mit dem Reden durch sein Wort zu uns. Mose geht zu diesem brennenden Dornbusch und der Herr spricht ihn aus diesem Dornbusch direkt an. In Vers 2 ist es der Engel des Herrn in der Flamme, also Ausdruck der Heiligkeit Gottes. und ab Vers 4 nur noch der Herr oder Gott selbst, der am Reden ist. Und damit wird deutlich, dass der Engel des Herrn niemand anders als der Herr selbst ist. Neutestamentlich gesehen haben wir es hier mit Christus zu tun. Allein durch Christus können wir dem Vater nahen. Und der Herr ruft Mose namentlich an. Er kennt ihn und er hat ihn in den 40 Jahren nicht vergessen. Also der Herr, den Mose, hat ihn in den 40 Jahren nicht vergessen. Er hat ihn in den 40 Jahren der täglichen Routine gesehen. Und was Gott in Vers 7 über das Elend der Kinder Israel sagt, dass er es gesehen hat, Das galt genauso für Mose. Gott ist ein Gott, der sieht und ein Gott, der hört, der um alles weiß. Das lesen wir zum ersten Mal ganz gezielt in 1. Mose 16. Abraham, Sarah, die Glaubensvorbilder. Und dort bekommen sie eine geistliche Lektion durch Haga, die ägyptische Macht. Und da heißt es, ein Gott, der sieht und ein Gott, der hört, auch ein Gott, der redet. Aber in dem Fall geht es ja um das Elend der Kinder Israels und diese 40 Jahre tägliche Routine im Leben von Mose. Er ist auch ein Gott der Gnade und Barmherzigkeit, der genau um die Umstände weiß. Nach Moses Flucht in die Wüste als Mörder hat ihn der Herr nicht einfach zur Seite gestellt. sondern jetzt, 40 Jahre später, beruft er Mose. Und wir haben das gelesen Mose darf nicht n zum Herrn hintreten und er soll seine Schuhe ausziehen da er sich auf heiligem Boden befindet In Vers 6 lesen wir dann wie Mose nach der Selbstvorstellung Gottes sein Angesicht verh und sich f den Herrn anzuschauen Und es ist ein biblischer Grundsatz, dass durch die Erkenntnis Gottes auf der einen Seite immer unsere Selbsterkenntnis auf der anderen Seite wächst. Wer wir wirklich sind ohne den Herrn und ohne die Gnade Gottes. und es setzt dann nicht zu geistlichen Höheflüge an, sondern es macht uns deutlich, wie gering wir vor den Augen des Herrn sind, auf uns selbst gestellt. Und da wird einem dann die Gnade Gottes noch viel größer. Denkt an Paulus, der sich der Geringste unter allen Aposteln nennt, aber sagen kann, dass Gottes Gnade an ihm nicht vergeblich gewesen ist. Das Feuer, das ist immer auch ein Symbol für die Heiligkeit Gottes, für die Läuterung, dass er seine Kinder züchtigt und zurechtbringt, aber nicht umbringt. Das findet er auch bei Jesaja in Kapitel 6, seine Berufungsgeschichte, die wir haben. Und auch die Zeit der Sklaverei Israels in Ägypten wird später in 5. Mose 4, 20 mit dem Schmelzofen Ägyptens verglichen. Gott gebraucht das, um sein Volk zu läutern, um sein Volk zu züchtigen. Mose soll seine Schuhe ausziehen, weil er auf heiligem Land steht. Nun, Schuhe sind immer mit Schmutz und Dreck verbunden. Das sehen wir auch im Neuen Testament, Johannes 13, Fußwaschung. Da waren ja die offenen Sandalen da, deshalb wurden die Füße schmutzig. Ihr seht, es hat immer mit Dreck und Schmutz zu tun. Schuhe, Füße, wie man sie damals in Israel getragen hat. Die Sünde muss abgetan werden. Gott ist ein heiliger Gott, vor den wir nicht einfach so treten können. Das wird auch in der zitierten Jesaja-Stelle 6 deutlich bei der Berufung des Propheten. Und so können wir nur durch Christus, durch seine Gnade, durch seine Rechtfertigung dem Vater nahen. Jetzt macht Hans-Jörg Bräumer noch auf eine weitere interessante Bedeutung dieses Schuheausziehen aufmerksam. Er schreibt, das Ausziehen der Schuhe ist die symbolische Handlung für Besitzabtretung bzw. Besitzverzicht. Und er nennt Ruth 4, Vers 8, als dann der eigentliche Erbe von Ruth dann seinen Schuh ausgezogen hat und ihm Boaz gegeben hat. Das heißt, er hat den Besitz, der Besitz wird abgetrieben. Also Schuhe ausziehen, das ist auch Besitzabtretung. Wenn Gott zu Moses sagt, zieh deinen Schuh aus, so ist dies als Symbolhandlung zu verstehen. Moses soll auf alles eigene über sich verfügen wollen verzichten. Er soll das Recht seines Lebens selbst in die Hand zu nehmen abtreten. Er soll sich ganz und gar in Gottes Hand geben und ihm die Führung seines Lebens und aller Geschicke überlassen. Die Aufforderung zieh deine Schuhe aus heißt, Gott will als der Herr anerkannt und erkannt. werden. Das ist interessant. Bevor Moses selbst mit der Forderung dann vor den Pharao tritt, lass mein Volk ziehen, wie geht es weiter? Die Forderung, ganz wichtig. Dass sie mir dienen, ganz wichtig. Das fällt übrigens in dem Song Let my people go, dann ist es fertig, es geht weiter. Lass mein Volk ziehen, warum? Dass sie mir dienen. Es gibt nie neutrales ziehen lassen. Und Gott erlöst und befreit immer zum Dienst. Und bevor er vor den Pharao tritt, dass er das Volk ziehen lassen soll, damit sie Gott dienen, muss er selbst den Herrn anerkannt haben, das Besitzrecht an ihn abgetreten haben und seinem Herrn zu gehören. Wir haben das vorher so schön gesungen, dir allein will ich gehören in dem eigenen Lied. Und das ist ein schönes Lied, aber versteht ihr, wenn wir sowas singen, dann denke ich immer, wie sieht das im Alltag aus? Wir dürfen das singen und es ist gut, wenn wir das singen, aber wie sieht es aus, wirklich uns dir allein gehören, dir allein dienen? Das Besitzrecht ganz an ihn abzutrieben. Und interessant ist dies auch im Zusammenhang mit Apostelgeschichte 7,25. Habe ich gestern schon zitiert oder kurz an, ich habe es nur erwähnt kurz. Mose wusste oder ahnte ja schon 40 Jahre zuvor, die Berufung über seinem Leben Israel zu retten. Aber dann dachte er selbst seinen Brüdern dafür ein Zeichen geben zu müssen. Und jetzt, 40 Jahre später, geht es darum, zuerst dem Herrn die Führung über das eigene Leben abzutreten, bevor ihn der Herr gebrauchen wird, um Israel aus Ägypten zu führen. Noch etwas können wir aus diesem alltäglich besonderen Ereignis lernen. Wenn Gott eingreift und wenn er sich uns in seiner Größe offenbart, tut er das nicht, dass wir etwas Besonderes erleben oder uns an irgendwelchen Erfahrungen berauschen können. Und das ist heute oft das große Missverständnis, welches selbst an vielen Orten,
unter dem Stichwort Worship oder Anbetung sich ausbreitet. In einem ganzen Teil der Christenheit breitet sich das aus. Eben Gott als Steigbügelhalter für den eigenen Kick, für besondere eigene Erfahrungen. Nein, er möchte uns durch seine Größe und Herrlichkeit erreichen, dass wir ihn noch mehr, jetzt zitiere ich Luther, Auslegung zum ersten Gebot, fürchten, lieben und ihm vertrauen. Ist alles drin bei der Auslegung. Wir sollen Gott fürchten, lieben und ihm vertrauen. Dass er immer wieder neu der Herr unseres Lebens ist, den wir als den Herrn anerkennen. Und mit der Selbstoffenbarung Gottes als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs wird seine Erwählung deutlich und auch sein machtvolles Handeln in der Vergangenheit. Obwohl sich an der Situation der Kinder Israel seit 80 Jahren nichts geändert hat, sondern sich das Ganze noch verschlimmert hat, hat Gott sein Volk nicht vergessen mit den ganzen Schwierigkeiten, die da waren. Und jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um sie aus Ägypten zu führen. Da können wir noch einmal sehen, wie Gottes Zeiträume sich völlig von unserem Denken in Zeiträumen unterscheiden. Von unseren menschlichen Vorstellungen, wie und wann der Herr doch eingreifen soll. Und damit kommen wir zum Letzten, eine eindeutige Berufung. Ich habe euch gesagt, Apostelgeschichte 7, 25, 40 Jahre vorher meinte Mose, selbst seinen Brüdern ein Zeichen geben zu müssen, dass er der berufene Retter ist. Und obwohl er die Erwählung Gottes über seinem Leben sah oder zumindest erahnte, endete alles mit dem Mord und der anschließenden Flucht in die Wüste. Im Gegensatz dazu kommt es nun zu einer eindeutigen Berufung vor dem Dornbusch. Gott spricht Mose nicht nur namentlich an, Mose, Mose, Vers 4, sondern er beauftragt ihn eindeutig, die Kinder Israels aus Ägypten herauszuführen. Jetzt zeigt sich eine grundlegende Veränderung in der Selbsteinschätzung Moses. zu seiner missglückten Befreiungsaktion 40 Jahre zuvor. Was sagt denn Vers 11? Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und dass ich die Kinder Israels aus Ägypten herausführen sollte? Auf die Veränderung kommen wir dann auch morgen und übermorgen zu sprechen. Morgen geht es um das Mose-Abhängigkeit, übermorgen dann bei der übernächsten Bibelarbeit um Moses Demut, wie Gott einen Charakter geprägt hat. Eben völlige Veränderung, 40 Jahre zuvor. Und wie wir gesehen haben, bestand ein großer Teil aus täglichen Aufgaben in diesen 40 Jahren. Und auch in der Nachfolge, es geht um die Erledigung und Bewährung in den täglichen Pflichten in erster Linie, in die uns Gott hineingestellt hat. Es gibt aber auch Berufung zu Diensten oder Aufgaben und immer um anderen zu dienen. In erster Linie dem Herrn zu dienen und damit auch anderen zu dienen. Und wenn uns der Herr in bestimmte Dienste beruft, dann benötigen wir die Gewissheit der Berufung, weil in der Regel Kämpfe damit verbunden sind und sehr oft auch Selbstzweifel kommen können, wenn es darum geht, dem Herrn und anderen zu dienen. Mein Vater, Lienhard Pflaum, wurde Mitte 30 als Direktor der Liebensseller Mission berufen. Er war damals Mitte 30 gewesen. Und er stand gern im Dienst für den Herrn und sah dort auch seine Berufung bis in den Ruhestand. Und als er dann älter war und ich selbst schon im Dienst stand in früheren Jahren, hat er mir das nicht erzählt, aber älterst war, da hat er oft darüber gesprochen, mit wie viel Kämpfen sein Dienst verbunden war, wie viel Widerstände er erlebt hat, wie viel inneres Ringen es gab. Wie er schon damals nach wenigen Jahren als überlegt hat, soll er in eine andere Aufgabe wieder wechseln. Und dazu kamen dann auch die Anfragen von anderen Werken ob er nicht zu ihnen kommen k Was meine Eltern aber all die Jahre in Bad Liebenzell gehalten haben das war die Klarheit und die Gewissheit ihrer Berufung, die sie hatten. Für sie war ganz klar gewesen, wenn der Herr nicht genauso eindeutig, wie er uns an diesen Platz gestellt hat, wieder in eine andere Aufgabe führt, dann gehen wir auch nicht weg. Für seinen Auftrag sowohl gegenüber dem Pharao als auch den Kindern Israel benötigte Mose eine eindeutige Berufung. Da ging es dann durch ganz viele Schwierigkeiten. Er hatte zwar schon Erfahrungen mit seinem Voll gemacht 40 Jahre zuvor, deshalb auch der Respekt und die damit verbundene Selbsteinschätzung, als der Herr ihn beruft. Aber Mose wusste trotzdem noch nicht, was alles von Seiten des Pharaos auf ihn zukommen würde. Und er wusste auch noch nicht, obwohl er die Israeliten schon kannte, was alles von Seiten der Israeliten auf ihn zukommen würde. Und wahrscheinlich hat er nie damit gerechnet, dass er 40 Jahre lang mit dem Volk durch die Wüste ziehen musste. auf dem Weg ins Weißene Land. Und umso wichtiger war für ihn diese eindeutige Berufung am Anfang. Und da finden wir Kennzeichen einer echten Berufung, die schon etwas angeklungen sind. Einmal geht die Berufung von Gott selbst aus. Gegensatz zu Mose 40 Jahre zuvor, wo er sich selbst berufen hatte. Wenn es auch nicht ganz verkehrt war, was er erkannt hatte. Und ein Grundsatz, der sich durch die ganze Heilige Schrift zieht, der Herr bestätigte Mose später sowohl vor dem ganzen Volk als auch vor Pharao. Und dasselbe lesen wir über seinen Nachfolger Joshua. Wie der Herr ihn dann vor dem ganzen Volk bestätigt hat, nicht Joshua sich selber, sondern der Herr hat ihn bestätigt. Wohlgemerkt bedeutet das, dass der Herr bestätigt nicht, dass es dann keine Kämpfe mehr gibt, dass es kein Ringen mehr gibt, dass alles nur noch glatt läuft, dass der Dienst für den Herrn zuterschlägen ist. Wir lesen ja, wie oft das Volk Mose Vorwürfe machte, später ihn zu Unrecht Beschuldigte und wie er selber nicht mehr weiter wollte, bis dahin, dass sie ihn sogar steinigen wollte. Aber trotzdem kamen diese göttliche Berufung und Bestätigung immer wieder zum Tragen. Denken wir an den Propheten Jeremia, eine der Personen, die ich am meisten bewundere im Allentestamentmose natürlich auch, aber der wohl viele Jahrzehnte über 50 Jahre treu seinen Dienst tat. Die Könige in Judah hassten ihn. Das Volk lehnte seinen Dienst ab, schlug seine Botschaft in den Wind und dann wurde er noch gegen die Warnungen, die er ausgesprochen hat, von einem Teil des Restes in Israel, eigentlich gegen seinen Willen, nach Ägypten weggeführt. Wir wissen aus der Überlieferung, nicht aus der Bibel, dass er dort wohl zersägt wurde, in einem Baumstamm. Das ist das, was wir in Hebräer 11 lesen von denen, die zersägt wurden. Und Jeremia stand an verschiedenen Stellen immer wieder in der Gefahr, an seinem Dienst zu zerbrechen. Jeremia 11, Jeremia 15, Jeremia 17, Jeremia 18, das sind nur einige dieser Kapitel, die wir haben, oder diese Textabschnitte. Immer wieder war er in der Gefahr, unter seinem so schweren Dienst zu zerbrechen. Und es war sein Herr mit der dazugehörigen eindeutigen Berufung, der ihn immer wieder festhält und in seinem Dienst weitergehen ließ. Eine kleine Anmerkung dazu. Wenn der Herr uns in einen Dienst ruft oder geistliche Verantwortung anvertraut, ist das immer mit der Bereitschaft verbunden, Kämpfe und ungerechtfertigte Anwürfe und Vorwürfe ertragen zu können. Das gehört immer zur Dienstbereitschaft. Kämpfe und ungerechtfertigte Vorwürfe ertragen zu können. Und Benedikt Peters hat zu mir vor vielen Jahren gesagt, wer im Gemeindeaufbau tätig sein möchte, der muss mit Rückschlägen leben können. Also das gehört mit zu diesem Dienst. Das ist eigentlich immer leicht wenn man drin steht aber das geh mit dazu Und dieses Prinzip der eindeutigen g Berufung und Best greift der Apostel Paulus auch in 2 Korinther 10 18 auf Und in diesem Brief steht er in der Auseinandersetzung mit den sogenannten Charismatiker, die damals in der Gemeinde in Korinth aufgetreten waren und die scheinbar viel mehr zu bieten hatten als dieses einfache Evangelium des Paulus. Was schreibt Paulus unter anderem? Denn nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt. Versteht ihr, es geht immer um eindeutige Berufung vom Herrn. Und aus den beiden Timotheusbriefen können wir entnehmen, dass der geistliche Ziesorn des Apostel Paulus von seinem Naturellher wohl ein Harmoniemensch war. Aber geistliche Auseinandersetzungen, Kämpfe in der Gemeinde, die haben Timotheus sehr schnell auf den Magen geschlagen. Er hat einen Bauchweh gekriegt, weil in der Gemeinde wieder Spannungen da waren, verschiedene Dinge gekommen sind. Und Paulus gibt ihm ja diesen Ratschlag, trinke etwas Wein, ich betone etwas Wein, um deines Magen willen. Also ein praktischer medizinischer Ratschlag der damaligen Zeit. Und in den Kämpfen stand Timotheus auch manchmal in der Gefahr zurückzuweichen, wegen Harmoniebedürfnis. Und Paulus ermutigt und ermahnt seinen Freund und Bruder auch damit, dass er ihm seine Berufung und die damit verbundene Einsetzung zum Dienst vor Augen stellt. Das ist das aber im ersten Timotheusbrief an zwei Stellen, das ist das aber auch im zweiten Timotheusbrief an zwei Stellen. Er erinnert ihn an die Berufung. Wir sehen also, wie wichtig es ist, darum zu wissen, dass der Herr uns berufen hat und nicht mir selbst. In meinem eigenen Leben habe ich auch immer wieder erlebt, wie wichtig es war, warten zu können, bis der Herr die Tür zu bestimmenden Aufgaben und Diensten geöffnet hat. Das zweite Merkmal, das mit einer eindeutigen Berufung zusammenhängt, ist Moses Selbsteinschätzung und Gottes Zusage bzw. das notwendige Vertrauen auf ihn. Wir haben ja kurz gesehen, wie das 40 Jahre zuvor geändert hatte, als Mose praktisch eine Selbstberufung vollzogen hat und wie wir jetzt in unserem Text in Vers 11 eine völlig andere Selbsteinschätzung haben. als 40 Jahre zuvor. Auch Paulus hat sich in seinem Dienst als der große Heidenapostel nicht selbst berufen oder selbst ausgesucht. Bei seiner Bekehrung rief er nicht, hurra, jetzt werde ich der große Heidenapostel und jetzt geht es los und alle zwei Wochen stehe ich dann auf der Titelseite von Ideaspektrum oder Ähnlichem. Wir wissen, das war ganz anders gewesen. Er hat auch nicht gesagt, hurra, endlich kann ich meine Fähigkeiten und meine Aufgaben entfalten, wie ich mir das vorgestellt habe. Im Gegensatz, der Herr sagt ihm als erstes, dass er leiden würde um seines Namens willen und dass es ihm schwer fallen wird, gegen den Stachel auszuschlagen. Ich weiß nicht, was wir anderen bei der Bekehrung mitgeben. Paulus bekam als erstes gesagt, dass er erkennen wird. wie viel er leiden wird um des Herrn willen. Eben, dass es ihm schwer fallen wird, gegen den Stachel auszuschlagen. Was seine Selbsteinschätzung betraf, konnte Paulus, ich habe es schon gesagt, der geringste unter allen Aposteln. Am Ende seines Lebens sogar der geringste unter allen Heiligen und Gläubigen, der aber um die Größe der Gnade Gottes in seinem Leben wusste. Hätte Moses Nachfolger Joshua groß von sich und seinen Fähigkeiten gedacht, dann wäre diese wichtige Ermutigung in Joshua 1, Vers 1 bis 8 nicht notwendig gewesen. Denken wir an Petrus. Erst nachdem er unter seinem eigenen frommen Können und Wollen in der Verleugnung zerbrochen war, bekam er vom Herrn den Auftrag, die Lämmer und die Schafe der Herde Gottes zu weiden. Und diese Selbsteinschätzung von Mose macht deutlich, dass allein der Herr der ist, der ihn beruft, der ihn zum Dienst befähigt, der gro Ich bin als der er sich in diesem Text vorstellt Noch etwas lehrt uns die Begegnung Moses mit dem Herrn am Dornbusch Je mehr wir in der Gotteserkenntnis wachsen umso mehr werden wir auf der anderen Seite erkennen, wer wir selbst sind. Ich habe es schon vorher gesagt. Und diese Selbsteinschätzung Moses und dem damit verbundenen inneren Zittern, wer bin ich? Und in Kapitel 4 kommt es dann ja noch mehr, zitiere ich nochmal Zeiko Grimmer. Wer bin ich? Wer nicht mehr zittert, hat keine Vollmacht. Unser Dienst geschieht aus diesem Zittern. Vollmacht ist Demut, dass wir um unsere eigene Schwachheit wissen und Gott dafür danken. Mose kommt nun im Namen Gottes. Der Dienst geht immer auf das Konto von Jesus. Er hat uns gesandt, nicht wir kommen. Und diese Erkenntnis gehört immer zu einer eindeutigen Berufung. Allerdings stand dann Mose in der Gefahr, durch einen falschen Blick auf sich selbst sogar blockiert zu werden, 2. Mose 4. Ich komme dann in den nächsten Tagen noch einmal darauf zurück. Ich habe euch am Anfang erzählt, meine Ausbildung, Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission, praktische Arbeitszeit, tägliche Routine des Hausputzes, das dazugehört hat und dann der große Hausputz an der zweiten Hälfte vom Samstagvormittag. Und im Rückblick bin ich so dankbar dafür, dass wir das gelernt haben, Toiletten zu putzen, Straße zu kehren. Ich weiß nicht, wenn ich das zusammenzähle, wie viele Tausendteller ich während meiner Bibelschulzeit abgetrocknet habe oder in die Spülmaschine geschoben habe und anderes. Selbst in der Bundeswehr gilt der Leitsatz, wenn auch vieles nicht mehr so ist, wie es früher war. Wer führen will, muss dienen können. Vor der Berufung Moses am trennenden Dornbusch haben wir diese Lücke von nahezu 40 Jahren, in denen Moses seine alltäglichen Pflichten mit der Herden seines Schwiegervaters erfüllte. Nichts anderes. Das war keine verlorene Zeit, sondern eine wichtige Zeit der inneren Zubereitung und Veränderung für seine eigentliche Aufgabe. Und dann begegnet ihm der Herr nach 40 Jahren in einem alltäglichen besonderen Ereignis, dem brennenden Dornbusch. Und damit verbunden war die eindeutige Berufung für Mose. Und er hatte wohl selbst nicht mehr mit dieser eindeutigen Berufung gerechnet, wie aus seiner Antwort und dem Zögern zu schließen ist. Um uns für sich brauchbar zu machen und als Dienstwerkzeuge zu befähigen, geht daher oft ganz andere Wege, wie wir uns das selbst vorstellen oder aussuchen würden. Und so ist Paul Gerhard in der dritten Strophe seines bekannten Liedes, Befiehl, du deine Wege zum Ausdruck gebracht hast. Und damit möchte ich abschließen. Dann beten wir noch miteinander. Herr Jesus, hab Dank, dass dein Wort die Wahrheit ist. Hab Dank, dass du dich uns geoffenbart hast. Hab Dank für die Vorbilder in der Bibel, die du uns gelassen hast, an denen wir erkennen, wer wir sind, wie du bist und wie du handelst, um uns nach deinem Willen und nach deiner Ehre zu verändern. Du kennst auch die Zeit, in der wir leben, in der es immer um Abwechslung geht, um Besonderes, um neue Herausforderungen, um irgendeinen Kick. Und wir ganz übersehen, wie wichtig es ist, dir treu in den täglichen Pflichten zu dienen, in die du uns gestellt hast. Auch dann, wenn es keine großartigen Erlebnisse oder Ereignisse gibt. Und Herr Jesus, mach uns zu Menschen wie Mose, an denen du dein Werk tun kannst. Und die du zu deiner Ehre gebrauchen und zubereiten kannst. Damit du einmal alle Ehre über unserem Leben bekommst. Ganz gleich, an welchen Platz du uns gestellt hast. Amen.