Schuldig – Predigt von Matthias Matthes
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Ich vermute, nur die wenigsten von uns waren in irgendeiner Weise mal in einen Strafprozess mit eingebunden. Richter haben wir zwar unter uns, Anwender haben wir, soweit ich weiß, keine unter uns. Vielleicht war auch von euch jemand schon mal Zeuge in einem Gericht, um eine Zeugenaussage zu tätigen. Vermutlich aber keiner als Angeklagter. Aber tagtäglich stehen viele Menschen in Deutschland vor Strafgerichten. So 20 zum Beispiel wurden fast 700.000 rechtskräftige Urteile gefällt. Die Urteile, die sind natürlich sehr unterschiedlich. Ein überwiegender Teil, sprich 80 Prozent, das waren Geldstrafen. Bei 15 Prozent der Fälle gab es Haftstrafen und die restlichen 5 Prozent, das waren Freisprüche bzw. eine Einstellung des Verfahrens. Nun, auch heute sind wir mittendrin in einem Gerichtsprozess, einem Strafprozess, bei dem es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie das Urteil aussieht. Nicht schuldig und damit freigesprochen oder schuldig und damit Todesstrafe. Das sind die einzigen beiden Möglichkeiten. Der Gerichtsprozess, der umfasst eine Anklage. Es gibt Einsprüche, es gibt Zeugenaussagen und schlussendlich gibt es dann auch ein Urteil. Richter und Ankläger ist Gott, Paulus ist Protokollant und die schlechte Nachricht, du bist der Angeklagte. Und wir schauen uns den Text an, das ist der Römerbrief, Kapitel 3, die Verse 1 bis 20. Römer 3, die Verse 1 bis 20. Was hat nun der Jude für einen Vorzug? Oder was nützt die Beschneidung? Viel, in jeder Hinsicht. Denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden. Wie denn, wenn auch etliche untreu waren, hebt etwa ihre Untreue die Treue Gottes auf? Das sei ferne. Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner wie geschrieben steht, damit du Recht behältst in deinen Worten und siegreich hervorgehst, wenn man mit dir rechtet. Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit beweist, was sollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, wenn er das Zorngericht verhängt? Ich rede nach Menschenweise. Das sei ferne. Wie könnte Gott sonst die Welt richten? Wer nämlich die Wahrhaftigkeit Gottes durch meine Lüge überströmender wird zu seinem Ruhm, weshalb werde ich dann noch als Sünder gerichtet? Müsste man da nicht so reden, wie wir verleumdet werden und wie etliche behaupten, dass wir sagen, lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme? Ihre Verurteilung ist gerecht. Wie nun, haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht. Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind. Wie geschrieben steht, es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts. Da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie Ottern, Gift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit. Ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen. Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn. Und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen. Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind. damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann, denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Ja, mit diesem Bibeltext, da befinden wir uns am Ende des großen Abschnitts vom Römerbrief, in dem die Verurteilung des Menschen stattfindet. Also der Teil, der erstreckt sich von Mitte des ersten Kapitels bis jetzt zum Ende des dritten Kapitels. Und die Verurteilung, die beginnt mit einer Anklage. Und die beschreibt Paulus anhand von drei Personengruppen. Zuerst spricht er zu einer Personengruppe, die man die offensichtlichen Sünder bezeichnen kann. Gott hat sich ihnen in der Schöpfung zu erkennen gegeben. Sie haben das auch erkannt. sie haben aber Gott weder Gedank noch die Ehre gegeben. Sie verehrten die Schöpfung und nicht den Schöpfer. Und die Konsequenz daraus ist, dass Gott sie laufen lässt. Und dadurch kommen die ganzen Auswüchse der Sünde ans Tageslicht. Wir können dazu Römer 1, Abvers 29 lesen. Als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Unsucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke, solche, die Gerüchte verbreiten, Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Brahler, Erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig. Das ist die ganze Liste. Das sind die Auswüchse, die daraus erfolgen. Am Anfang vom zweiten Kapitel ist dann die nächste Gruppe dran. das sind diejenigen, die die erste Gruppe sehen und diese Liste hier sehen und sagen so schlimm bin ich ja nicht und hier zeigt Paulus auch dass sie sich von der ersten Gruppe in keiner Weise unterscheiden Vielleicht tun sie die Dinge nach au hin nicht so offensichtlich Sie schaffen es, nach außen hin eine gute Fassade zu bewahren. Aber innerlich, innerlich sind sie genau gleich. Und abschließend dann die letzte Gruppe, die Juden. Und Paulus wirft ihnen vor, ihr habt das Gesetz, Ihr kennt den Willen Gottes und ihr seid sogar in der Lage, das Gesetz euren Mitmenschen zu vermitteln. Aber selbst dran halten, selbst dran halten macht ihr nicht. Und nun befinden wir uns am Ende von diesem Abschnitt. Also Heiden und auch Juden sind der Schuldigkeit angeklagt und jetzt ist alles bereit für den finalen Urteilsspruch. Also eigentlich gibt es nicht mehr viel zu sagen. Aber in den ersten acht Versen kommen nochmal die Juden zu Wort. Und vielleicht erinnert ihr euch, ab Kapitel 2 schreibt Paulus den Brief als eine Art Dialog. Also er führt eine Unterhaltung. Er führt eine Unterhaltung mit einem jüdischen Gesprächspartner. Und die ersten acht Verse sind jetzt folgendermaßen aufgebaut. aufgebaut. In den Versen 1, 3, 5 und 7 folgen die Fragen, die Einwände. Und in den Versen 2, 4, 6 und 8 folgen die Antworten. Und manchmal ist die Antwort auch eine Gegenfrage und grundsätzlich bauen die ganzen Sachen, die ganzen Fragen aufeinander auf. Es ist also ein wirklicher Schlagabtausch, der hier stattfindet. Und die Frage ist jetzt, auf was zielen denn diese Fragen ab? Versetzen wir uns mal in die in die Rolle von diesem Fragensteller. Wir befinden uns im Gerichtssaal, wir sind angeklagt worden und wenn jetzt alles, alles, was Paulus bis jetzt gesagt hat, gegen uns spricht, dann bleibt vielleicht als letzte Möglichkeit, um irgendwie ein Urteil zu verhindern, den Richter selbst in Frage zu stellen. Ist denn dieser Richter, der das Urteil spricht, überhaupt gerecht? Das ist sozusagen unser Befangenheitsantrag bzw. unser Einspruch. Man kann diese Verse in zwei Glöcke einteilen, mit dem ersten Einspruch von Verse 1 bis 4 und dann 5 bis 8 der zweite Einspruch. Wie ist also der erste Einspruch? Wie gesagt, Paulus hat in den Kapiteln davor, es heißt Kapitel 2 Vers 17 bis 29 gesagt, hey, ihr Juden habt das Gesetz, ihr kennt die Anforderungen, das Gesetz, ihr seid in der Lage, es anderen zu lehren, ihr haltet euch aber selbst nicht daran. Und damit macht ihr euch schuldig. Und damit unterscheidet ihr euch in keiner Weise von den Heiden. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ist denn dann überhaupt noch Vorteil, Jude zu sein? Also was nützt überhaupt noch die Beschneidung? Oder salopp eben gesagt, das hätte sich Gott doch sparen können, das bringt mir doch nichts. Ich bin doch genauso schlecht dran, wie der Heide, der Gesetz und Beschneidung nicht hat. Was ist der Vorzug? Und Paulus beantwortet hiermit, es hat einen Vorteil. Und bezogen auf die Juden ist der größte Vorteil, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut wurden. Und damit sind eben alle Worte gemeint, die Gott seinem Volk weitergegeben hat, die Verheißungen an Abraham, das Gesetz an Berg Sinai, die Worte durch die Propheten, also das gesamte Alte Testament mit all den Hinweisen und Ankündigungen auf Jesus Christus, den Messias. und das haben die alles in einer expliziten Art und Weise anvertraut bekommen. Das haben die Heiden nicht. Das ist ein Vorteil. Das ist also ein Vorteil, wenn du mit Gottes Wort aufgewachsen bist. Das ist etwas, was du anderen voraus hast. Das heißt, es ist ein Vorteil, wenn du bei gläubigen Eltern aufgewachsen bist. Ich denke, für den Großteil, die hier sitzen, trifft es zu. Es ist ein Vorteil, den du genießen durftest. Das ist ein Vorteil, wenn du in eine bibeltreue Gemeinde gegangen bist. Das ist ein Vorteil, wenn du von Kind auf mit Gottes Wort vertraut gemacht wurdest. Es ist ein Vorteil, wenn du in Kinderstunde, Jugendstunde und im Gottesdienst das Wort nicht nur hörst, sondern ausgelegt bekommst. Das alles bringt dir nicht die Erlösung, aber es ist ein Vorzug, den andere nicht haben. Und selbst wenn du nicht bei gläubigen Eltern aufgewachsen bist, hast du einen Vorteil hier in der westlichen Welt in Deutschland mit einem einfachen Zugang zur Bibel. Das haben viele, viele andere Menschen nicht. Deswegen, ja, lasst uns wirklich dankbar sein für den Vorzug, den wir genießen dürften. Hier zeigt sich schon Gottes gnädiges Handeln, weil du gehörst damit zu einer winzigen, kleinen Gruppe von Menschen. Millionen Menschen haben diesen Vorzug nicht. Es ist also ein Vorteil der Juden, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut wurden. Und darauf jetzt aufbauen, in Versen 3 und 4, kommt aber nur der eigentliche Einwand. Wir nehmen wieder mal die Rolle des Fragestellers ein, naja gut, jetzt waren einige Juden untreu. Und damit ist gemeint, dass sie den Verheißungen Gottes eben nicht geglaubt, also kein Vertrauen geschenkt haben. Aber heißt das jetzt, dass die Verheißungen nichts mehr gelten? Steht nun also Gott nicht mehr zu dem, was er seinem Volk versprochen hat, hat also die Untreue der Juden bewirkt, dass Gott nicht mehr zu seinem Wort steht. Und hier kristallisiert sich schon ein St weit raus auf was diese Fragen abzielen Das ist ein Angriff oder ein Entzweifelziehen von Gottes Treue gegen seinem Wort Es stellt infrage dass Gott zuverl zu seinem Wort steht Und klar, Paulus verneint hier entschieden und er zitiert hier aus dem Alten Testament in Vers 4, damit du Recht behältst in deinen Worten und siegreich hervorgehst, wenn man mit dir rechtet. das bedeutet nichts anderes als, dass alles, was Gott gesagt und versprochen hat in seinem Wort, auch so passiert bzw. passieren wird. Damit beweist Gott das Wort Gottes Wahrhaftigkeit. Und jeder, der sagt, das ist nicht so, der wird dann automatisch als Lügner entlarvt, weil es sich Gottes Wort als wahr beweisen wird. Und damit sind auch alle Beweisungen, die Gott seinem Volk gegeben hat, war. Sie werden sich erfüllen. Und Paulus wird dann auch später im Römerbrief, im Kapitel 9 bis 11, darauf eingehen. Und somit ist der erste Einspruch abgewiesen. Gott steht treu zu seinem Wort. Gottes Wort ist somit zuverlässig. Es verändert sich nie was daran. Und das, was er gesagt hat, das wird auch so eintreffen. und das ist etwas, wo du dir sicher sein kannst. Gottes Wort ist Wahrheit. Das heißt, Gottes Wort ist Realität. Gottes Wort sagt, wie sich etwas verhält. Die ganze Menschheit kann zu einer Meinung gekommen sein, wie etwas ist oder wie sich etwas verhält, aber wenn es nicht Gottes Wort entspricht, dann ist es Lüge. Wenn Gott sagt, wie die Welt erschaffen wurde, dann wurde die Welt so erschaffen. Wenn Gott sagt, was gut und böse ist, dann ist das genau gut und böse. Wenn Gott sagt, was falsch und richtig ist, dann ist genau das falsch und richtig. Wenn Gott sagt, wie der Mensch ist, dann ist der Mensch genau so. Und wenn Gott sagt, was der einzige Weg der Erlösung ist, dann ist das genau der einzige Weg der Erlösung. Das ist eine Sicherheit, die Gott uns schenkt. Eben sein Wort, das gestern, das heute und auch morgen noch genau so gilt. und jeden Angriff oder jedes Infragestellen dieser Wahrheit, die müssen wir mit der gleichen Entschiedenheit wie Paulus hier mit das sei ferne entgegentreten. Aufbauend auf diesen Einspruch entwickeln wir aber nun unseren zweiten Einspruch. Okay, es verhält sich also so, Alles, was Gott sagt, ist die reine Wahrheit. Wenn es von sündigen Menschen in Frage gestellt wird, dann wird sich immer Gottes Wort als wahr erweisen. Dadurch hat somit der sündige Mensch die Wahrheit Gottes bewiesen. Also unsere Ungerechtigkeit beweist also Gottes Gerechtigkeit. Das ist die Argumentation hier in Vers 5. Und das ist erst mal richtig. Es folgt aber darauf eine Schlussfolgerung, bei der Paulus schon schreibt, ich rede nach Menschenweise. Das ist eine falsche Schlussfolgerung. Es ist wie, um mal ein einfaches Beispiel zu nennen, es ist wie, Gott kennt uns, er kennt uns durch und durch. Er weiß um alle unsere Bedürfnisse, alle unsere Nöte, alle unsere Sorgen. Das ist richtig. Falsche Schlussfolgerung, naja, dann muss ich ja nicht mehr beten. Oder Gott hat uns auserwählt, bevor die Welt geschaffen wurde. Falsche Schlussfolgerung. Naja, für was brauchen wir da noch eine Mission? Und das ist hier auch so der Fall. Na gut, wenn also meine Ungerechtigkeit Gottesgerechtigkeit beweist, Gott praktisch meine Ungerechtigkeit benötigt zum Beweis seiner Gerechtigkeit, Ja, dann ist es doch unfair, wenn er mich dann dafür zur Rechenschaft zieht. Das ist hier der Einwand. Und auch hier widerspricht Paulus natürlich massiv. Das sei ferne in Vers 6. Wie könnte es uns Gott die Welt richten? Wie könnte ein ungerechter Gott die Welt richten? Also dieses Argument, das ist völlig abwegig. Und in Vers 7 sehen wir, was passiert, wenn wir diese Argumentation auf die Spitze treiben. Also wir sehen, wie weit nach menschlichem Verstand getroffene Schlussfolgerungen von der Wahrheit wegführen. Meine Ungerechtigkeit beweist Gottes Gerechtigkeit. Meine Lüge lässt dadurch Gottes Wahrhaftigkeit umso mehr strahlen. Na, dadurch folgt doch konsequenterweise, lasst uns Böses tun, damit Gutes herauskommt. Mit solchen falschen Anschuldigungen ist Paulus tatsächlich konfrontiert. Das ist so weit weg von der Wahrheit, dass Paulus dazu nur sagt, ihre Verurteilung ist gerecht. Diese Einwände hier, das sind keine unschuldigen Nachfragen. Zuerst stellen sie Gottes Treue zu seinem Volk und darauf aufbauend Gottes Treue zu seinem Wort in Frage. Danach stellen sie Gottes Gerechtigkeit in Frage, was dann wiederum in Vers 8 in eine Verspottung von Gottes Heiligkeit gipfelt. Deswegen sagt Paulus, jeder, der so denkt, dass ein Verurteilung gerecht ist, zeugt von jemandem, der nicht akzeptieren will, dass er nun ein gerechtes Urteil von einem gerechten Richter zu erwarten hat. Also alle deine Einspr sind abgelehnt Du stehst vor einem gerechten Richter Er wird ein gerechtes Urteil f Und nun leidet Paulus mit Vers 9 bis 18 sozusagen die Beweisf ein Es wird dargestellt du der du da jetzt vor dem Richter stehst wer bist du eigentlich Der zweite Teil ist von Vers 9 bis Vers 18, eine Beschreibung des Menschen. Nun, es gibt unterschiedliche Ansichten, auf was sich das Wir in Vers 9 bezieht. Das kann zum einen die Juden bedeuten und Paulus nimmt sich hier mit rein. Das würde dann bedeuten, dass Paulus in den folgenden Versen die Juden im Fokus hat. Wahrscheinlicher ist aber, dass Paulus das gleiche Wir verwendet wie in Vers 8 und damit sich selbst, aber eben auch die Leser meint. Was haben wir also voraus? Also was hast du voraus? Das ist hier die Frage. Und klar, wir müssen hier berücksichtigen, wir sind immer noch in dem Abschnitt, der die Verurteilung des Menschen befindet, in der wir uns jetzt befinden. Das heißt, die Gnade Gottes ist jetzt nicht berücksichtigt in diesem Part. Also was hätten wir von uns aus voraus? Antwort, nichts. Juden und Griechen, die wurden beschuldigt, unter der Sünde zu sein. Und damit sind alle Menschen gemeint. Angeklagt werden also alle Menschen. Wie gesagt, wir befinden uns in einem Gerichtssaal. In einem Gerichtsprozess werden Zeugen aufgerufen, die natürlich den Zweck haben, das Tatgeschehen genauer zu beschreiben. es werden aber auch Zeugen zu dem Zweck aufgerufen, den Angeklagten näher zu beschreiben. Ziel ist einfach besser einzuschätzen, wer ist dieser Angeklagte, was für einen Charakter hat er. Denn das wird ja später das Strafmaß beeinflussen, denn vielleicht handelt es sich ja um den Angeklagten, um einen eigentlich guten Bürger, der sich immer an die Gesetze gehalten hat und bei dem es jetzt eben zu diesem einen Ausrutscher gekommen ist. Das sind dann mildernde Umstände und die haben dann ein anderes Urteil oder sie können ein anderes Urteil nach sich ziehen als bei jemandem, der bekannt dafür ist, dass er auf Kriegsfuß steht, grundsätzlich mit dem Gesetz. Und bei diesem Gerichtsprozess hier im Römerbrief tritt nun Gottes Wort in den Zeugenstand. und Paulus zitiert dazu von Vers 10 bis 18 aus dem Alten Testament. Und der Absatz, der ist voll mitbegriffen, keiner, alle, alle zusammen. Das heißt, die folgende Beschreibung, die trifft ausnahmslos auf jeden Menschen zu. Und die vernichtende Aussage, die kommt schon in Vers 10. Das steht als Überschrift über all dem, was danach kommt. Es ist niemand gerecht. und wird bekräftigt mit dem Zusatz auch nicht einer. Es gibt keine Ausnahme. Von Vers 11 bis 18 wird der Mensch nun detailliert beschrieben. Es wird gezeigt, so ist der Mensch. In den Versen 11 und 12 wird das Wesen des Menschen beschrieben. Keiner ist verständig. Das bedeutet, dass kein Mensch in der Lage ist, von sich aus zu erkennen, wie sein Zustand ist. Also niemand ist in der Lage, von sich aus zu erkennen, dass er Rettung nötig hat. Das ist ohne einen Eingriff von außen, also ohne Gottes gnädigem Handel, ist das nicht möglich. Dein Verstand ist dazu nicht in der Lage, da der geblendet ist von der Sünde. Und das ist völlig unerheblich, wie intelligent du bist. Also es gab und es gibt viele, um als Beispiel zu den vielen brillanten Wissenschaftlern, die in ihrem Fachgebiet wertvolle Forschungen betrieben haben und wirklich wertvolle Beiträge geleistet haben, damit die Menschheit ja Gottes Schöpfung besser versteht, also wirklich intelligente Menschen. Aber das macht sie nicht fähig, ihre Verdorbenheit bzw. Schuldigkeit vor diesem Schöpfer zu erkennen. Der Korintherbrief, der zeigt das auch nochmal oder verdeutlicht das hier auch nochmal, das 1. Korinther 1, Vers 18. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit, denen, die verloren gehen uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben, ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen. Unverständig ist der Mensch. Und wir sehen dann in den restlichen Teil der beiden Verse, wie dann das eine das andere bedingt. Dein Verstand ist so beeinflusst, dass du dadurch nicht nach Gott fragst. Also von dir aus kommst du nicht auf die Idee, nach Gott zu suchen. Dem Menschen fehlt von sich aus eine innere Sehnsucht nach Gott. Und diese Abweichung, nicht nach Gott zu fragen, führt zu einer Untauglichkeit. Du bist für den eigentlichen Zweck, für den du bestimmt wirst, untauglich. Und das Wort, das mit untauglich übersetzt wurde, das wird im Zusammenhang von Milch, Milch, die sauer geworden ist, verwendet. damit kann keiner mehr was anfangen. Also sie ist unbrauchbar. Du bist also mit nicht mehr für den eigentlichen Zweck, nämlich Gott mit deinem Leben die Ehre zu geben, verwendbar.
Und das ist das Wesen des Menschen. Es ist von Grund auf verdorben. Es gibt keinen guten Kern. Das ist hier die Feststellung in Versen 11 und 12. Und diese innere Verdorbenheit, die bleibt auch nicht verborgen, sondern die führt zu einem Reden und Handeln, das nicht in der Lage ist, Gutes zu tun. Und das wird in den nächsten Versen beschrieben. Wir werden dazu nur kurz durchgehen. Aber Paulus verwendet in den Versen 13 und 14 Begriffe, die das Reden beschreiben, also Kehle, Zunge, Lippen, Mund. Aus einem verdorbenen Wesen folgt ein verdorbenes Reden, also Wortsünden. Das hängt unmittelbar zusammen. Der Mund, der ist sozusagen das Fenster zum Herzen. Dadurch sieht man, was drinnen ist. Das Verdorbene darin, das kann nicht versteckt bleiben. Es kommt zum Vorschein, wie hier als Beispiel genannt wird, wie ein offenes Grab. Die ganze Verwesung und Verdorbenheit wird dadurch sichtbar. Und ja, die Bibel ist voll davon mit Warnungen, wie viel Macht unser Reden haben kann und welche Zerstörungen da hervorgerufen werden können. zum Beispiel beschäftigt sich der dritte Jakobusbrief, das dritte Kapitel vom Jakobusbrief damit, was die Zunge alles anrichten kann. Die kann absolut Zerstörer sein. Damit betrügen wir, damit täuschen wir, damit brahlen wir, damit schmeicheln wir. Das ist die Folge des verdorbenen Wesens. Und ein verdorbenes böses Wehen hat wiederum dann auch böse Taten als Konsequenz. Das ist dann das, was von Vers 15 bis 17 beschrieben wird. Das verdorbene Wesen hat zur Folge, dass daraus böse Taten resultieren, die das Leben mit den Mitmenschen sabotieren. Zum Beispiel Vers 15, Blut vergießen, also Taten, die auf Kosten meiner Mitmenschen gehen, Vers 16, Verwüstung und Elend, Taten, die zerstörerisch sind, Vers 17, kein Weg des Friedens, das Unvermögen, Frieden mit den Mitmenschen zu halten. Diese Wort- und Tatsünden, das sind Symptome. Symptome eines dahinterliegenden, verdorbenen Wesens. Und klar, diese Symptome, die zeigen sich bei manchen Menschen stärker als bei anderen. Also bei einem Hitler, Mao oder Stalin, da hat sich das verdorbene Wesen in einer viel extremeren Art und Weise gezeigt, als es vielleicht beim gewöhnlichen Nachbar der Fall ist. So mag es natürlich Unterschiede in den Symptomen geben, aber es ist die gleiche Ursache. Und Paulus schlie dann dazu die Beschreibung des Menschen in Vers 18 es fehlt die Gottesfurcht Und mit diesem Begriff fehlende Gottesfurcht kn er an Kapitel 1 Vers 18 an Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen. Gottlosigkeit ist fehlende Gottesfurcht. Es fehlt die Achtung vor Gott. Gott wird nicht ernst genommen, Gott spielt keine Rolle, niemand interessiert sich für Gott. Das ist das Ergebnis hier in Vers 18. Das ist der Zustand des Menschen. Diese Verse hier, die zeigen deinen Zustand, also so wie du wirklich bist, ohne Jesus Christus. Das ist die vollkommene Verdorbenheit. Also du bist durch und durch, in allen Aspekten, bist du vergiftet durch die Sünde. und es ist nicht so, dass die Sünde die nur anhaftet. Es ist nicht so, dass es nur einen gewissen Bereich befällt, den man dann irgendwie abschündeln könnte, den man kontrollieren könnte oder den man vielleicht isolieren könnte, sondern die Sünde hat die komplette Herrschaft übernommen. Es ist die komplette Herrschaft. Es ist wie das Leben in einem Hochsicherheitstrakt. Alles ist kontrolliert. Es ist festgelegt, wann sich die Zellen öffnen, sich die Zellen schließen, es sind Essenszeiten festgelegt, es sind Hofgänge, Besuchstermine, alles ist festgelegt, alles ist kontrolliert. Es wird festgelegt, wer, wann, wo, was macht. Es ist die volle Kontrolle. Es gibt keine Selbstbestimmung mehr, keine Macht frei zu entscheiden, keine Freiheit. Und aus eigener Kraft ist da einfach kein Entkommen daraus. Es ist schlichtweg nicht möglich. Der Galaterbrief hat in den ersten drei Kapiteln sehr viele Parallelen zum Römerbrief. Da wird nochmal gut beschrieben, was hier in diesen zehn Versen passiert ist. Galater 3, 22 Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben. Also diese Worte hier, die Paulus aus dem Alten Testament zitiert, die schließen somit alle Menschen ein unter der Sünde. Und damit ist die Beweisführung abgeschlossen. Es ist alles gesagt, die Anklage steht, die Einwände wurden abgelehnt. Jetzt bleibt nur noch der Urteilsspruch. Und in Vers 19 und 20 wird jetzt das Urteil gefällt. Und es wird ein Schlussstrich gezogen. Und an dem ganzen Abschnitt Verurteilung des Menschen. Der Abschnitt, der eben begonnen hat, hat mit der Anklage der ersten Gruppe, der offensichtlichen Sünder, der Anklage der zweiten Gruppe, die Moralisten die sich f besser hielten und die Anklage gegen die Juden Und wir hatten im ersten Punkt die Einspr gegen Gott die abgewiesen wurden Wir hatten jetzt die Beweisführung, wie der Mensch ist, der hier zur Verurteilung steht. Ja, und jetzt abschließend folgt das Urteil in den letzten beiden Versen. Und Basis für diesen Urteilsspruch ist das Gesetz, das heißt die Offenlegung von Gottes Willen. Und Paulus schreibt hier, es spricht zu allen, die unter dem Gesetz sind. Und damit sind natürlich die Juden gemeint, denen das Gesetz explizit mitgeteilt wurde. Aber es umfasst auch die Heiden, denn auch diesen wurde das Gesetz in einer indirekten Art und Weise weitergegeben. Und das haben wir im zweiten Kapitel des Römerbriefs, wo das beschrieben ist, Römer 2, die Verse 14 und 15. Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind die, die das Gesetz nicht haben, nicht selbst ein Gesetz, das ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist. Maßstab ist also das Gesetz den Juden explizit gegeben und den Heiden ins Herz geschrieben und auf dieser Basis wird das Urteil gefällt. Ja, und nun stehst du also vor diesem Richter, vor einem gerechten Richter. Es wurde Anlage gegen dich erhoben. Alle Einsprüche, die du vorgebracht hast, wurden abgelehnt. Es wurde bewiesen, wer du wirklich bist. Nun wird geprüft, ob du gerecht bist. Gerecht sein bedeutet nichts anderes als einem Standardgenügen. Genügen. Du wirst also abschließend mit dem Standard, mit dem Gesetz verglichen und der Richter Gott stellt fest, keine Übereinstimmung. Passt nicht. Dieser Angeklagte wird meinem Maßstab nicht gerecht und damit ist das Urteil schuldig. und das Urteil ist gerecht und es gab bis zu diesem Punkt nichts und niemanden der irgendwas hervorgebracht hat was zu deinem Gunsten spricht nichts und niemanden da ist kein bisschen Gutes an dir gelassen worden alles spricht gegen dich es gibt keine mildernde Umstände ja diese Verse die Verse hier im Römerbrief die sind sehr hart, weil sie schonungslos beschreiben, wie wir Menschen von Natur aus sind. Aber das ist Gottes Wort, das ist Gott, der so sagt, wie wir Menschen sind. Kein Mensch würde sich jemals von vernichtendes Urteil ausstellen. Also jeder w noch irgendwo doch noch ein kleines P Gutes finden aber das gibt es nicht und das ist die schlechte Nachricht f die die gute Nachricht des Evangeliums so dringend benötigt wird. Es ist sehr wichtig, dass wir die absolute Verdorbenheit des Menschen verstehen. Und es ist sehr wichtig, zu verstehen, dass es dadurch nicht möglich ist, durch eigene Leistung und damit sind die Werke des Gesetzes gemeint in Vers 20 irgendwie besser dazustehen. Durch die Macht des Sünde fehlt uns dazu schlichtweg die Fähigkeit. Es gibt keinerlei Möglichkeiten, sich etwas zu arbeiten, was vor dem Gericht dann für einen spricht. Das Gesetz führt nicht zur Erlösung, aber das zeigt richtig deutlich, dass eine Erlösung notwendig ist. Und diese gute Nachricht, die dann ab den nächsten Versen dann gezeigt wird, ab Vers 21, die erscheint aber dadurch umso mehr. Und wir sehen, was der absoluten Verdorbenheit des Menschen gegenübersteht. Nämlich die große Gnade Gottes, die in Jesus Christus die Erlösung anbietet. Eine Erlösung, die jedem freisteht, die jeder annehmen kann. Ein Angebot von Jesus und das Angebot heißt, hey, lass uns tauschen. Ich stelle mich für dich, vor diesen Richter. Ich übernehme deine Schuld. Du kannst gehen. Du bist freigesprochen. Das ist der einzige Unterschied. Zwei Menschen vom Wesen her genau gleich. Da gibt es keinen Unterschied. Beide entsprechen der Beschreibung von Vers 10 bis 18. Aber nur der, der dieses Angebot annimmt, wird freigesprochen. Und Jesus befreit nicht nur für die 100 Mal, die du bedrogen hast, die 1.000 Mal, die du gelogen hast, die 10.000 Mal, die du gelästert hast. Das wäre nur ein Wegnehmen von den Symptomen. Das wäre ein Wegnehmen der Tat und Wortsünden. Das wäre nur eine Behandlung von Symptomen. Das ist viel, viel umfassender. Er nimmt die komplette Herrschaft der Sünde, in der du gefangen warst, weg. Es ist eine komplette Erneuerung. 2. Korinther 5, Vers 17 Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. diese Beschreibung von Vers 10 bis 18 die gilt dann nicht mehr für dich das warst du mal, das bist du nicht mehr ja, du kämpfst noch damit in dem Leben zeigt Paulus in Kapitel 7 sehr eindrücklich aber das bist du nicht mehr, weil du neu gemacht wurdest in Jesus Christus und dann schlussendlich lautet dann Gottes Urteil über dich nicht schuldig freigesprochen Amen Vielen Dank.